Stellungnahme zum Wasserwerk Morscher Wald

Erarbeitet von Harry Block und Karl Hermann Harms:

 

Antrag der Stadtwerke Karlsruhe GmbH vom 7.3.2017 auf Erteilung der wasserrechtlichen Zulassung (Bewilligung und Erlaubnis) zur Entnahme von Grundwasser durch das Wasser-werk Mörscher Wald und auf weitere zur Errichtung und zum Betrieb des Wasserwerks erforderliche Entscheidungen 

Stellungnahme 

Grundsätzliches 

Die Naturschutzverbände BUND, LNV und Nabu begrüßen die Ausführungen der Stadtwerke Karlsruhe unter „3 Wasserbedarf“ im Gesamterläuterungsbericht, in denen dargelegt wird, wie der zukünftige Trinkwasserbedarf gedeckt werden soll. Dass an dieser Stelle, das ehemals ange-strebte Wasserwerk im Kastenwört keine Erwähnung mehr findet, wird nachdrücklich anerkannt und belegt nach Auffassung von BUND, LNV und Nabu, dass die Stadtwerke Karlsruhe mit ihren Planungen inzwischen der Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt gerecht werden. 

Ebenso ist es den Naturschutzverbänden ein Anliegen, die intensive und offene Kommunikation im Rahmen des vorliegenden Verfahrens positiv hervorzuheben. 

Das Vorhaben der Ertüchtigung des Wasserwerks Mörscher Wald wird unterstützt. Gleichzeitig fordern die Naturschutzverbände die Stadtwerke Karlsruhe dazu auf, sich intensiv dafür einzu-setzen, den Wasserverbrauch zu reduzieren, sei es durch Öffentlichkeitsarbeit und Beratung, sei es durch Vermeidung von Wasserverlusten im Netz oder eine Anreize zum Wassersparen set-zende Tarifgestaltung… 

Naturschutzfachliche Bewertung 

Die zoologischen und botanischen Untersuchungen scheinen gut abgearbeitet zu sein. Beim Durcharbeiten der Unterlagen wurden allerdings keine Aussagen dazu entdeckt, wie sich die stärkere Grundwasserabsenkung durch die höhere Grundwasserentnahme im Normal-und im Maximalfall auswirken. 

Zur UVS 

Auf Seite 300 wird unverbindlich ausgeführt: "Im Rahmen eines Monitorings sollte hier die Ent-wicklung beobachtet werden." [Hervorhebung nachträglich.] 

Die Naturschutzverbände fordern: Das Monitoring ist verbindlich im Planfeststellungsbeschluss (PFB) festzuschreiben. Die Naturschutzverbände regen an, dass die Ergebnisse des Monitorings nicht nur regelmäßig an die Naturschutzbehörden, sondern auch an die Naturschutzverbände zu übermitteln sind. 

Auf Seite 301 zum NSG Kiesgrube am Hardtwald Durmersheim: "Ein Monitoring mit Risikoma-nagement sollte hier prüfen, ob es zu wesentlichen Verringerungen von Wasserflächen kommen kann." 

Ebenfalls gilt hier die Forderung: Das Monitoring ist verbindlich im PFB festzuschreiben. Die Na-turschutzverbände regen an, dass die Ergebnisse des Monitorings nicht nur regelmäßig an die Naturschutzbehörden, sondern auch an die Naturschutzverbände zu übermitteln sind. 

Seite 302: "Durchführung eines Monitorings zur Dauerbeobachtung über den Gesamtzeitraum der Grundwasserentnahme." Gemeinsame Stellungnahme von BUND, LNV und NABU ___________________________________________________________________________________ 

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Die Naturschutzverbände fordern: Das Monitoring muss genauer beschrieben werden und ist im PFB festzuschreiben. Ein Set von repräsentativen Arten ist zu bestimmen, die zugehörigen Me-thoden und Untersuchungsintervalle sind zu definieren. 

Auf Seite 387 wird dann das Monitoring skizziert: 

„4.2.2.10 Monitoring 

Durch ein Monitoring soll der Erfolg der getroffenen Maßnahmen sowie der tatsächliche Aus-wirkungsgrad durch die Grundwasserentnahme überprüft werden, um ggfs. geeignete Anpas-sungen vornehmen zu können. Das Monitoring beinhaltet: 

• Kontrolle von Wasserständen grundwasserabhängiger Oberflächengewässern 

• Monitoring von ausgewählten Artengruppen an sensiblen Standorten 

• Dokumentation der Ergebnisse“ 

Die Naturschutzverbände halten es für geboten, dass die Untersuchungen zu den ausgewählten Artengruppen nicht nur an sensiblen Standorten, die durch die GW-Absenkung betroffen sein können, durchgeführt werden, sondern, dass auch Kontrollflächen außerhalb des Einflussgebiets des Wasserwerks mit untersucht werden. 

Zu klären ist: Wenn eine Monitoring zu negativen Ergebnissen kommt, wann erwirkt dies Konse-quenzen für den Betrieb des WW bzw. für die Anpassung der kompensatorischen Maßnahmen? 

Der Vorbehalt der Anordnung weiterer Maßnahmen (Beschränkungen der Wasserentnahme und/oder Anpassung und/oder Ergänzung der kompensatorischen Maßnahmen) ist im PFB fest-zuschreiben. 

Zur Wasserqualität und deren Schutz 

Potenzielle Gefahrenquellen liegen für den besiedelten Bereich der Schutzzone IIIB des WSG Mörscher Wald bei einer Vielzahl an konkreten Altlasten(verdachts)flächen vor. 

Es gibt im Bereich des Wasserwerks altlastverdächtige Flächen: 

- ehemalige Standortschießanlage Karlsruhe/Rheinstetten/Mörsch, wo es durch Munitions-rückstände nachweisbar zu einem erhöhten Bleieintrag in das Grundwasser kommt ; 

- Bauschuttablagerung, 

- Hausmüllablagerung. 

 

Zusätzlich sind folgende Untersuchungsflächen von Altlasten betroffen: 

- Sondermüllablagerungen, 

- Tankstelle, Öl, KfZ-Reparatur; Fe-Metallverarbeitung, Maschinenbau, 

- Bauschuttablagerung. 

 

Deren Gefährdungspotenzial sollte noch genauer dargestellt und bewertet werden. Gleichzeitig sollte geprüft werden, für welche dieser Flächen jetzt eine Sanierung durchgeführt werden sollte. 

Zu einer drohenden Belastung durch PFC werden Aussagen vermisst: 

Zahlreiche Firmen sind aktenkundig, die Papierschlämme an den Komposthändler Vogel gelie-fert haben, der diese an Bauern weitergegeben hat. 

- Landete Material von der Firma Vogel auf Grundstücken im Bereich des Wasserwerkes? 

- Falls ja, wo und wieviel? 

- Wann wurde dies festgestellt und untersucht? 

Gemeinsame Stellungnahme von BUND, LNV und NABU ___________________________________________________________________________________ 

4/5 

 

 

- Falls nein, wurde trotzdem Untersuchungen durchgeführt? Wo, wann und mit welchen Ergebnissen? 

 

Eine große Papierfabrik ist auch in Karlsruhe ansässig. 

- Wieviel Tonnen ihrer Papierschlämme sind PFC belastet. 

- Wie wurden/werden diese entsorgt? 

 

Zu lesen ist: 

„Neben punktuellen Gefährdungen durch Altlasten(verdachts)flächen ergibt sich im WSG Mör-scher Wald durch Verkehrsinfrastruktur „eine diffuse Gefährdung […] aus dem linearen Eintrag straßenverkehrsbürtiger Stoffe wie Reifenabrieb, Schmieröle, Kraftstoffe, Kraftstoffadditive und Lösungsmittel“. 

Es gibt vor allem die Gefahr von hunderten von LKWs mit Mineralölprodukten der MIRO und chemischen Produkten von BASF. Ein schwerer Unfall (nach uns vorliegenden Zahlen aus dem Jahr 2008 ereigneten sich innerhalb dieses Jahre 279 Unfälle in Wasserschutzgebieten) könnte das Ende der Wasserentnahme bei einem oder mehrerer Brunnen bedeuten. 

- Gibt es Möglichkeiten diese echte und die diffuse Gefährdung zu minimieren z.B. Durch-fahrverbote bei einzelnen Straßen? 

- Sind für die Folgemaßnahmen 

• Aufnehmen/Ausheben verunreinigten Materials, einschließlich Bindemittel 

• Abfuhr verunreinigten Materials 

• Aufbereiten des verunreinigten Materials vor Ort (z. B. Ausspülen, Mischen, Be-lüften) 

• Niederbringen von Grundwasserbeobachtungsrohren 

• Anlegen von Schürfgruben 

• Errichten von Brunnen zum Abpumpen etc. 

 

die örtlichen Vorsorgemaßnahmen bei Feuerwehren etc. ausreichend und nachgewiesen? 

Positiv aufgefallen ist, dass sich der Wasserverbrauch der städtischen Stellen mehr als halbiert habe. Das gleiche wurde auch für die Sonderverträge beschrieben. Was ist hierfür der Grund? Wie lassen sich diese Einspareffekte noch auch weitere Verbraucher ausweiten? 

Um Beantwortung folgender Fragen wird gebeten: 

- Sehen die Stadtwerke Möglichkeiten zur weiteren Reduktion der Nitratbelastung? 

- Das Gutachten für das Wasserwerk Durlacher Wald stammt aus dem Jahre 2006.Wie sieht es derzeit mit der Gewinnung von Trinkwasser im Durlacher Wald aus? 

 

Pflanzenbehandlung und Schädlingsbekämpfung (PSM) werden seit mehr als einem Jahrzehnt durchgeführt. Nachgewiesen wurden Atrazin und dessen Abbauprodukt Desethylatrazin. 

„Obwohl die einzelnen Brunnen merklich belastet sind, wurde bislang der Grenzwert der TrinkwV von 0,1 μg/L nicht überschritten, sodass bei Beibehaltung der derzeitigen Gegebenheiten (ver-minderte Fördermenge) diesbezüglich keine Maßnahmen erforderlich sein sollten. Diese können notwendig werden...“ 

Die Naturschutzverbände bitten um Auskunft: Warum verbietet man nicht in diesem Bereich die Anwendung oder versucht wenigstens diese zu minimieren? Gemeinsame Stellungnahme von BUND, LNV und NABU ___________________________________________________________________________________ 

5/5 

 

Weitere Einzelfragen: 

- Schwefelwasserstoff und Methan kommen im Grundwasser häufig vor. Beide Gase rufen unterschiedliche Probleme in Wasserwerken hervor. Es ist sehr wichtig, dass beide Gase entfernt werden, da schon kleine Restmengen im Wasser die nachfolgende Entfernung von Eisen und Ammonium erheblich erschweren. Wie wird dies im Wasserwerk Mörscher Wald zukünftig gehandhabt? 

- Gibt es für gewisse ´Notfälle´ technische Einrichtungen, die halogenierte Kohlenwasser-stoffen aus dem Wasser entfernen können? 

- Welche Wärmeeinträge in das Grundwasser gibt es im Bereich des Wasserwerks? 

- Wie sieht es mit den Temperaturen an den jeweiligen Brunnen im Jahresablauf aus? 

- Wieviel Grundwasser pro Jahr wird im Bereich Bruchsal bis Rastatt von Kommunen, In-dustriebetrieben, Firmen und Privatpersonen gefördert? 

- Wie viele Wassergenehmigungen mit welcher Gesamtmenge in diesem Bereich liegen vor? Werden diese ständig auf den aktuellen Verbrauchsstand korrigiert? 

- Reicht die Grundwasserneubildung in diesem Bereich regional gesehen aus? 

- Sind Wasserverbrauchsmininimierungsmaßnahmen für Großverbraucher in unserem Be-reich geplant oder durchgeführt worden? 

 

Befristung 

Die Genehmigung sollte nur für 20 Jahre ausgesprochen und deren Einzelheiten/Auswirkungen von Zeit zu Zeit gutachterlich überprüft und veröffentlicht werden. 

Zur UVP-Pflicht 

Vor den Hintergrund der im Antrag beschriebenen Lage innerhalb eines Komplexes wertvoller und Biotopkomplexe und Schutzgebiete und der beantragten Erhöhung der maximalen Ent-nahmemenge ist nach Auffassung der Naturschutzverbände es nicht möglich, erheblich negative Umweltauswirkungen a priori auszuschließen. Die vorgestellten Vermeidungs- und Minimie-rungsmaßnahmen werden grundsätzlich begrüßt. Nichtsdestotrotz halten die Naturschutzver-bände anhand des aktuellen Informationsstands die Durchführung einer UVP für geboten. 

Für die Naturschutzverbände 

Hartmut Weinrebe 

Atomkraftwerk Flamanville: BUND fordert keine Inbetriebnahme

BUND Pressemitteilung

 

Atomkatastrophe oder Staatsräson: Hilferuf der französischen Atomaufsicht

 

 

Die französische Atomaufsicht ASN steht vor dem Dilemma, die beiden mangelhaften Teile der AREVA-Skandal-Schmiede Le Creusot des Reaktordruckbehälters (RDB) - in Flamanville zu genehmigen: Boden und Deckel sind allerdings wegen Carbon-Einschlüssen im Stahl deutlich zu spröde. Wenn hier ein Riss zum Durchbruch führt, fallen die Brennstäbe trocken - was dann kommt, kennt man aus Fukushima.  

 

Der Boden des Reaktordruckbehälters ist schon fest verbaut, das Auswechseln käme einem Abriß gleich. Der Deckel kann im Prinzip noch ausgetauscht werden, aber das entspräche einer weiteren Zeitverzögerung um 6-8 Jahre. Die ASN steht einerseits unter dem enormen Druck der Atomwirtschaft, die ihr Flaggschiff Flamanville zum Erfolg geführt sehen will und natürlich künftige Märkte bedienen will, aber andererseits muß sie natürlich die Sicherheit der europäischen Bevölkerung garantieren, was mit den defizitären Teilen nicht möglich ist. Auch ein "vorläufiges Genehmigen" wie sie es anvisieren, kann das Problem nicht lösen, denn der Boden ist schon fest eingebaut und bleibt als Risiko immer bestehen, der Deckel wäre das Risiko auf Zeit, bis er ausgetauscht würde...

Die ASN hat sich nun in einer bisher nie dagewesenen Weise an die Öffentlichkeit gewandt, und um Stellungnahmen zur Inbetriebnahme von Flamanville gebeten: (Dies ist noch bis 12. September 2017 möglich, auf englisch oder französisch. Angehängt ist die Beschreibung, wie man auf die richtige Seite der ASN kommt, um die Stellungnahme abzugeben.)

Die Publikmachung der ASN kann als eine Art Hilferuf an die Öffentlichkeit gesehen werden, weil sie sich der internationalen wirtschaftlichen Dimension für die Atomgemeinde bewußt sind, aber auch des Risikos eines Unfalls - für den sie dann die Verantwortung trügen, weil sie defizitäre Teile genehmigt haben...

J.-F. Victor, (der ehemalige Präsident und Vorstandsvorsitzende einer der Stahl- und Metallverarbeitungs-Betriebe von Le Creusot), sagt dazu:

„Ja, genau das ist auch meine Meinung. Die ASN ist unter einem enormen Druck, von dem es unmöglich ist, sich selbst zu befreien: Das heißt in Französisch „Staatsraison“. Genau damit bin ich konfrontiert, trotz der vielen Briefe die ich an hohe Verantwortliche des Staates geschrieben habe. Daher appelliert ASN an die öffentliche Meinung, es ist ihr letzter Ausweg und viele Leute verstehen es.“

https://www.freitag.de/autoren/evastegen/ein-hilferuf-der-atomaufsicht

Zudem entstehen Auswirkungen von Flamanville auf Hinkley Point C in Großbritannien: Es entstehen massivste finanzielle Probleme für Hinkley Point, wenn Flamanville nicht bis Dezember 2020 ans Netz geht und Strom erzeugt.

"..Solche Verzögerungen könnten neue und / oder bestehende Bestellungen von Reaktordruckbehältern für Kernkraftwerke wie das britische Hinkley Point C (HPC) gefährden, da die Kreditgarantie der britischen Regierung für HPC unter der Bedingung steht, dass Flamanville 3 bis Dezember 2020 fertiggestellt und vollständig in Betrieb genommen ist und über eine Probezeit auslegungsgemäß Strom erzeugt. Wenn diese Grundbedingung in Flamanville nicht erfüllt werden kann, wird bei wegfallender britischer Kreditgarantie die Inanspruchnahme der Geldmittel vollständig auf EdF und seine Co-Investoren entfallen.“

https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/areva_summary_john_large_report_2016.pdf

Der BUND wird weiter über die Situation der ausländischen Atomreaktoren berichten auch auf dieser Seite berichten.

 

 

Stadt Karlsruhe baut neuen Gaskessel im Rheinhafen

Einwendung erfolgt: Stadtwerke KA tauschen Ölkessel im Heizkraftwerk West aus.

 

Wir haben den Antrag auf immissionsschutzrechtliche Genehmigung

für den Ersatz von Kessel 3 im Heizkraftwerk West (HKW) der Stadtwerke Karlsruhe GmbH in Karlsruhe auf dem Betriebsgelände des Heizkraftwerkes West, Honsellstraße, geprüft und fristgerecht bewertet. 

Die Stadtwerke beabsichtigen, den bestehenden, mit Heizöl betriebenen Kessel 3 abzubauen und zu ersetzen. Diese Maßnahme beruht aber nicht auf Einsicht in den umweltfreundlicheren Brennstoff Gas. Block 3 erfüllt die aktuell vorgegebenen Emissionsanforderungen der 13. BImSchV nicht und steht deshalb lediglich mit reduzierter Feuerungswärmeleistung für den Notfallbetrieb mit begrenzter Leistung zur Verfügung. Er muss also durch zwei erdgasbetriebene Kessel mit je 70 MW Feuerungswärmeleistung ersetzt werden. Als Begründung wird die Sicherstellung der Fernwärmeversorgung der Stadt Karlsruhe angegeben, weil das „HKW-West die Zentrale für die Fernwärmeversorgung der Stadt Karlsruhe ist.“

 

 

Die Stadtwerke loben sich im  Sinne ihrer Unternehmensrichtlinien, eine Öffentlichkeitsbeteiligung  gemäß § 16 (1) BImSchG gewählt haben. Die gesamte Feuerungswärmeleistung der erdgasbetriebenen Kesselanlage liegt im Planzustand bei 354 MW (d.h., die FWL des HKW wird von derzeit 314 MW auf zukünftig 354 MW erhöht), so dass die Anlage gemäß der Zuordnung zu Nr. 1.1.1 (X) grundsätzlich „UVP-pflichtig“ ist. Dies wird jedoch dann vom Gutachter TÜV als nicht notwendig bezeichnet. 

Der Standort existiert seit 1901. Noch nie wurde für diesen Standort eine UVP erstellt, die die Gesamtheit, die mit der Fernwärme in Karlsruhe einhergehenden Emissionen in ihrer Gesamtheit betrachtet. Diese fordern wir. Die Mär von der sauberen Fernwärme würde dadurch deutlich werden. Denn diese wird zu 32 % von der MiRO und zu 57 % von RDK bezogen. Die dazu notwendigen Anlagen geben nicht nur Stickoxide (MiRO = 2.560.000 kg, RDK = 1.290.000 kg), sondern auch hochgiftige lungengängige Feinststäube in die Atmosphäre ab, die anteilsmäßig auch der Fernwärme geschuldet sind. 

Würde man alle in dem vom TÜV untersuchten 7km-Radius-Emittenten um das Rheinhafenkraftwerk in eine UVP heranziehen, bewerten und kritisch als Gesamtanlage beleuchten, so würde das Ergebnis so lauten: Die im Untersuchungsraum untersuchten Anlagen führen zu irreversiblen, grenzüberschreitenden und erheblich nachteiligen Auswirkungen auf alle Umweltschutzgüter.

 

Für unsere  geforderten  niedrigen Werte bezüglich Kohlenstoff und Stickoxiden ziehen wir als Begründung die Daten der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg heran, die mehrere Überschreitungen bei Staub und  Stickoxiden in der Region Karlsruhe aufweisen. 

Wir fordern beim Einsatz von Gas: 

 70 mg Stickoxide pro Kubikmeter.

Diese Werte unterschreiten die gesetzlichen Vorschriften, sind aber   das zeigt das im Dezember 2016 neugenehmigte Gaskraftwerk der EnBW in Stuttgart  möglich.

  

In unserer Stellungnahme (s.Anhang) weisen wir ferner noch auf weitere Probleme der Genehmigung hin.

Auch die ökologischen und ökonomischen Nachteile der Fernwärme werden von uns aufgezeigt.  Vor allem wollen wir keine Auskopplung derselben aus dem alten Steinkohleblock RDK 7 der EnBW. In Neubaugebieten, die nicht nahe am Fernwärmenetz liegen, sollen nur noch erneuerbare Energieträger die Wärme in Nahwärmeerzeugungsanlagen in Karlsruhe bereitstellen.

Zementwerk Wössingen: Greenwashing durch grünen Umweltminister

ZEMENTWERK WÖSSINGEN ist zur REINEN MÜLLVERBRENNUNGSANLAGE mutiert

Solaranlage kann nicht die Schadstoffe des Zementwerkes kompensieren:

Greenwashing durch den grünen Umweltminister

 

Für die insgesamt sieben Zementwerke in Baden-Württemberg liegt gemäß Angaben der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) die Genehmigung zur Verbrennung von jährlich 1,2 Millionen Tonnen Abfall vor. Das ist mehr als die zwanzigfache Menge des jährlich im Landkreis Karlsruhe gesammelten Hausmülls. Die 50.000 Tonnen Hausmüll von Karlsruhe werden in Mannheim in einer Müllverbrennungsanlage verbrannt. Müllverbrennungsanlagen sind als so genannte Wirbelschichtöfen gebaut und verfügen über spezielle Filteranlagen, um den Schadstoffausstoß zu reduzieren. In einem Zementwerk – auch wenn es als getarnte Müllverbrennungsanlage betrieben wird – sind der Ofen und die Filter dagegen auf die Produktion von Zement ausgelegt.

Eines dieser 7 Zementwerke liegt in Wössingen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und die Bürgerinitiative Müll und Umwelt haben sich massiv gegen die Umstellung des Zementwerkes Wössingen auf 100 % Müll ausgesprochen und in zwei Erörterungsterminen um die Senkung der Schadstoffemissionen mit dem Betreiber und dem Regierungspräsidium Karlsruhe gekämpft und verloren. Verloren hat aber vor allem die gesamte Umwelt, weil die Feuerung auf der Basis von Fluff (flugfähiger Abfall = der gesamte Wertstoffmüll, vor allem Plastik), Altreifen, Tiermehl, Dachpappe eine Zusatzbelastung an

- Stickoxiden (Vorläufer des Ozons) und

- Schwefeldioxid (SO2 ist ein Reizgas, welches aufgrund seiner hohen Wasserlöslichkeit vor allem auf die äußeren Atemwege und Augen wirkt und Hauptverursacher der Bodenversauerung ist) bedeutet.

Wegen der Müll-Verbrennung emittiert das Zementwerk lungengängige Feinststäube, die vor allem giftige Schwermetalle enthalten (Arsen, Vanadium, Quecksilber, Cadmium, Thallium und Nickel).

Mit der Umstellung wird ein hochgiftiger Schadstoffcocktail vor allem über die völlig undefinierbare Abfallsorte Fluff (bis zu 85 % des Mülls) eingebracht und dessen Schadstoffe hinausgeblasen, bei dem keiner wirklich weiß – uach nicht das Umweltminisgteroium, was drin ist und der deshalb von uns bis heute nicht zu akzeptieren ist.

„Durch den Einsatz von Ersatzrohstoffen schonen wir natürliche Ressourcen und arbeiten ganz im Sinne des Koalitionsvertrages der Landesregierung" (Tino Villano, OPTERRA).
Und jetzt kommt der Umweltminister zur Einweihung einer Solaranlage nach Dürrenbüchig, welches exakt in der Hauptwindrichtung und vor allem genau auf der Höhe des Kamins des

Zementwerkes liegt (das Zementwerk liegt im ´Tal´). Dessen Ausstoß an Cadmium, Ammoniak, Quecksilber (18,5 Kilo im Jahre 2014), Thallium erreicht in Dürrenbüchig einen hohen Prozentanteil der dort ankommenden Jahresbelastung – nur durch den Mülleinsatz.  Nun fordert der Umweltminister die Betreiber auf, „dass sie in den kommenden Jahren weitere Anstrengungen bei der Einhaltung der Grenzwerte unternehmen“. Ja, wo leben wir denn. Grenzwerte sind eigentlich immer viel zu hoch angesetzt, und sie werden von diesem Zementwerk mehr schlecht als recht eingehalten.

 

Statt der beabsichtigten Feuerung mit Müll tritt der BUND  für die ausschließliche Verwendung von Gas für die Zementherstellung ein, was problemlos möglich wäre. Eine überörtliche Gasleitung verläuft in Wössingen genau neben dem Betriebsgelände vorbei.

Bei Gas gibt es keinerlei hochgiftgigen Feinststäbe, und die Einsparung an Stickoxiden wäre ein Vielfaches von dem, was nun durch die Solaranlage eingespart wird.

Darauf hätte der Umweltminister hinweisen und bei OPTERRA auf die Umstellung drängen sollen, weil Gas z.B. nicht nur den Grenzwert von 200 Milligramm pro Kubikmeter Stickstoffoxiden (NOx)  einhält, sondern, wie das neue Gaskraftwerk in Stuttgart beweist, einen Grenzwert von 80 mg pro Kubikmeter einhalten muss.  Und dabei geht es nicht um ein paar Gramm, sondern um hunderte von Tonnen Stickoxide.

 So lässt er sich bei einem Fototermin vor den Karren der Zementindustrie spannen. „Das ist Profitmaximierung auf Kosten der Gesundheit der Menschen“ erklärt des BUND-Regionalvorstandsmitglied Harry Block. Eine vorausschauende Industriepolitik für systemrelevante Großenergieverbraucher wie Zementwerke ist eine Solaranlage nicht – sie ist nicht einmal ein Tropfen auf einen heißen Stein.

 

 

Pressemitteilungen und Aktuelles vom BUND Karlsruhe



BUND Kindergruppen in Karlsruhe

Weitere Infos / Kontakt:
Simone Gilbert
kindergruppen.mittlerer-oberrhein@bund.net
Telefon 0721 35 85 82

Neuigkeiten:

BUND OV Karlsruhe engagiert sich gegen Verwendung von Plastiktüten.

Größtes deutsches Zwischenlager für schwach- und mittelaktiven Atommüll liegt im Hardtwald bei Karlsruhe

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