Zementwerk Wössingen: Greenwashing durch grünen Umweltminsiter

ZEMENTWERK WÖSSINGEN ist zur REINEN MÜLLVERBRENNUNGSANLAGE mutiert

Solaranlage kann nicht die Schadstoffe des Zementwerkes kompensieren:

Greenwashing durch den grünen Umweltminister

 

Für die insgesamt sieben Zementwerke in Baden-Württemberg liegt gemäß Angaben der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) die Genehmigung zur Verbrennung von jährlich 1,2 Millionen Tonnen Abfall vor. Das ist mehr als die zwanzigfache Menge des jährlich im Landkreis Karlsruhe gesammelten Hausmülls. Die 50.000 Tonnen Hausmüll von Karlsruhe werden in Mannheim in einer Müllverbrennungsanlage verbrannt. Müllverbrennungsanlagen sind als so genannte Wirbelschichtöfen gebaut und verfügen über spezielle Filteranlagen, um den Schadstoffausstoß zu reduzieren. In einem Zementwerk – auch wenn es als getarnte Müllverbrennungsanlage betrieben wird – sind der Ofen und die Filter dagegen auf die Produktion von Zement ausgelegt.

Eines dieser 7 Zementwerke liegt in Wössingen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und die Bürgerinitiative Müll und Umwelt haben sich massiv gegen die Umstellung des Zementwerkes Wössingen auf 100 % Müll ausgesprochen und in zwei Erörterungsterminen um die Senkung der Schadstoffemissionen mit dem Betreiber und dem Regierungspräsidium Karlsruhe gekämpft und verloren. Verloren hat aber vor allem die gesamte Umwelt, weil die Feuerung auf der Basis von Fluff (flugfähiger Abfall = der gesamte Wertstoffmüll, vor allem Plastik), Altreifen, Tiermehl, Dachpappe eine Zusatzbelastung an

- Stickoxiden (Vorläufer des Ozons) und

- Schwefeldioxid (SO2 ist ein Reizgas, welches aufgrund seiner hohen Wasserlöslichkeit vor allem auf die äußeren Atemwege und Augen wirkt und Hauptverursacher der Bodenversauerung ist) bedeutet.

Wegen der Müll-Verbrennung emittiert das Zementwerk lungengängige Feinststäube, die vor allem giftige Schwermetalle enthalten (Arsen, Vanadium, Quecksilber, Cadmium, Thallium und Nickel).

Mit der Umstellung wird ein hochgiftiger Schadstoffcocktail vor allem über die völlig undefinierbare Abfallsorte Fluff (bis zu 85 % des Mülls) eingebracht und dessen Schadstoffe hinausgeblasen, bei dem keiner wirklich weiß – uach nicht das Umweltminisgteroium, was drin ist und der deshalb von uns bis heute nicht zu akzeptieren ist.

„Durch den Einsatz von Ersatzrohstoffen schonen wir natürliche Ressourcen und arbeiten ganz im Sinne des Koalitionsvertrages der Landesregierung" (Tino Villano, OPTERRA).
Und jetzt kommt der Umweltminister zur Einweihung einer Solaranlage nach Dürrenbüchig, welches exakt in der Hauptwindrichtung und vor allem genau auf der Höhe des Kamins des

Zementwerkes liegt (das Zementwerk liegt im ´Tal´). Dessen Ausstoß an Cadmium, Ammoniak, Quecksilber (18,5 Kilo im Jahre 2014), Thallium erreicht in Dürrenbüchig einen hohen Prozentanteil der dort ankommenden Jahresbelastung – nur durch den Mülleinsatz.  Nun fordert der Umweltminister die Betreiber auf, „dass sie in den kommenden Jahren weitere Anstrengungen bei der Einhaltung der Grenzwerte unternehmen“. Ja, wo leben wir denn. Grenzwerte sind eigentlich immer viel zu hoch angesetzt, und sie werden von diesem Zementwerk mehr schlecht als recht eingehalten.

 

Statt der beabsichtigten Feuerung mit Müll tritt der BUND  für die ausschließliche Verwendung von Gas für die Zementherstellung ein, was problemlos möglich wäre. Eine überörtliche Gasleitung verläuft in Wössingen genau neben dem Betriebsgelände vorbei.

Bei Gas gibt es keinerlei hochgiftgigen Feinststäbe, und die Einsparung an Stickoxiden wäre ein Vielfaches von dem, was nun durch die Solaranlage eingespart wird.

Darauf hätte der Umweltminister hinweisen und bei OPTERRA auf die Umstellung drängen sollen, weil Gas z.B. nicht nur den Grenzwert von 200 Milligramm pro Kubikmeter Stickstoffoxiden (NOx)  einhält, sondern, wie das neue Gaskraftwerk in Stuttgart beweist, einen Grenzwert von 80 mg pro Kubikmeter einhalten muss.  Und dabei geht es nicht um ein paar Gramm, sondern um hunderte von Tonnen Stickoxide.

 So lässt er sich bei einem Fototermin vor den Karren der Zementindustrie spannen. „Das ist Profitmaximierung auf Kosten der Gesundheit der Menschen“ erklärt des BUND-Regionalvorstandsmitglied Harry Block. Eine vorausschauende Industriepolitik für systemrelevante Großenergieverbraucher wie Zementwerke ist eine Solaranlage nicht – sie ist nicht einmal ein Tropfen auf einen heißen Stein.

 

 

Einwendungen zu Gaskessel im Heizkraftwerk West der Stadtwerke

 

Wir haben den Antrag auf immissionsschutzrechtliche Genehmigung

für den Ersatz von Kessel 3 im Heizkraftwerk West (HKW) der Stadtwerke Karlsruhe GmbH in Karlsruhe auf dem Betriebsgelände des Heizkraftwerkes West, Honsellstraße, geprüft und fristgerecht bewertet.

Die Stadtwerke beabsichtigen, den bestehenden, mit Heizöl betriebenen Kessel 3 abzubauen und zu ersetzen. Diese Maßnahme beruht aber nicht auf Einsicht in den umweltfreundlicheren Brennstoff Gas. Block 3 erfüllt die aktuell vorgegebenen Emissionsanforderungen der 13. BImSchV nicht und steht deshalb lediglich mit reduzierter Feuerungswärmeleistung für den Notfallbetrieb mit begrenzter Leistung zur Verfügung. Er muss also durch zwei erdgasbetriebene Kessel mit je 70 MW Feuerungswärmeleistung ersetzt werden. Als Begründung wird die Sicherstellung der Fernwärmeversorgung der Stadt Karlsruhe angegeben, weil das „HKW-West die Zentrale für die Fernwärmeversorgung der Stadt Karlsruhe ist.“

 

 

Die Stadtwerke loben sich im  Sinne ihrer Unternehmensrichtlinien, eine Öffentlichkeitsbeteiligung  gemäß § 16 (1) BImSchG gewählt haben. Die gesamte Feuerungswärmeleistung der erdgasbetriebenen Kesselanlage liegt im Planzustand bei 354 MW (d.h., die FWL des HKW wird von derzeit 314 MW auf zukünftig 354 MW erhöht), so dass die Anlage gemäß der Zuordnung zu Nr. 1.1.1 (X) grundsätzlich „UVP-pflichtig“ ist. Dies wird jedoch dann vom Gutachter TÜV als nicht notwendig bezeichnet.

Der Standort existiert seit 1901. Noch nie wurde für diesen Standort eine UVP erstellt, die die Gesamtheit, die mit der Fernwärme in Karlsruhe einhergehenden Emissionen in ihrer Gesamtheit betrachtet. Diese fordern wir. Die Mär von der sauberen Fernwärme würde dadurch deutlich werden. Denn diese wird zu 32 % von der MiRO und zu 57 % von RDK bezogen. Die dazu notwendigen Anlagen geben nicht nur Stickoxide (MiRO = 2.560.000 kg, RDK = 1.290.000 kg), sondern auch hochgiftige lungengängige Feinststäube in die Atmosphäre ab, die anteilsmäßig auch der Fernwärme geschuldet sind.

Würde man alle in dem vom TÜV untersuchten 7km-Radius-Emittenten um das Rheinhafenkraftwerk in eine UVP heranziehen, bewerten und kritisch als Gesamtanlage beleuchten, so würde das Ergebnis so lauten: Die im Untersuchungsraum untersuchten Anlagen führen zu irreversiblen, grenzüberschreitenden und erheblich nachteiligen Auswirkungen auf alle Umweltschutzgüter.

 

Für unsere  geforderten  niedrigen Werte bezüglich Kohlenstoff und Stickoxiden ziehen wir als Begründung die Daten der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg heran, die mehrere Überschreitungen bei Staub und  Stickoxiden in der Region Karlsruhe aufweisen.

Wir fordern beim Einsatz von Gas:

 

Textfeld: Bezugs-02: 3 Vol.%	 TMW Tagesmittelwert [mg/m3] 	 HMW Halbstundenmittelwert [mg/m3]	 MPZ Mittelwert über die Probenahmezeit [mg/m•] Bezugs-02: 3 Vol.%	 TMW Tagesmittelwert [mg/m3] 	 HMW Halbstundenmittelwert [mg/m3]	 MPZ Mittelwert über die Probenahmezeit [mg/m•] 	 kontinuierliche Messungen	 kontinuierliche Messungen	 Einzelmessungen alle 2 Jahre CO	45	90	 NOx 	70	 	 SOx	30	60	 Gesamtstaub			5

Diese Werte unterschreiten die gesetzlichen Vorschriften, sind aber   das zeigt das im Dezember 2016 neugenehmigte Gaskraftwerk der EnBW in Stuttgart  möglich.

 

 

In unserer Stellungnahme (s.Anhang) weisen wir ferner noch auf weitere Probleme der Genehmigung hin.

Auch die ökologischen und ökonomischen Nachteile der Fernwärme werden von uns aufgezeigt.  Vor allem wollen wir keine Auskopplung derselben aus dem alten Steinkohleblock RDK 7 der EnBW. In Neubaugebieten, die nicht nahe am Fernwärmenetz liegen, sollen nur noch erneuerbare Energieträger die Wärme in Nahwärmeerzeugungsanlagen in Karlsruhe bereitstellen.

 

 

Für Rückfragen steht Ihnen

 

Harry Block

0171 5359473

 

zur Verfügung.

 

 

 

 



BUND Kindergruppen in Karlsruhe

Weitere Infos / Kontakt:
Simone Gilbert
kindergruppen.mittlerer-oberrhein@bund.net
Telefon 0721 35 85 82

Neuigkeiten:

Kurzer Abriss der Lagerung von hoch- und mittelaktiven Atommüll im KIT Nord

 

 

 

 

Im Norden von Karlsruhe, in der Nähe der kleinen Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen, liegt das ehemalige Kernforschungszentrum Karlsruhe – heute Karlsruher Institut für Technologie (KIT-Nord).

Nach 23 Jahren Wiederaufarbeitung steht hier das nun größte oberirdische Zwischenlager der Republik mit Zigtausend Fässern Atommüll. Fast 1.700 davon sind rostig. Dennoch sind weitere Hallen für noch mehr Strahlenmüll geplant. Und ungeachtet der Entsorgungs-Probleme vor der eigenen Haustür forscht man fleißig weiter an einem Atomreaktor der „IV. Generation“

 Das KIT-Nord wurde 1956 gegründet und betrieb mehrere Forschungsreaktoren. Darunter den Forschungsreaktor 2 (FR 2) als ersten in Eigenbau realisierten deutschen Natururanreaktor, den Brutreaktor-Prototyp „Kompakte Natriumgekühlte

Kernreaktoranlage“ (KNK II – der erste hatte vor seiner Beladung mit Brennstäben einen Natriumbrand), die 1990 stillgelegte Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) sowie den Mehrzweckforschungsreaktor (MZFR).

In der WAK wurde die Technologie erprobt, die später einmal im bayerischen Wackersdorf kommerziell genutzt werden sollte. Daraus wurde dort aber nichts, weil der Widerstand der Bevölkerung zu stark war. 1991 war in Karlsruhe Schluss mit der Wiederaufarbeitung von Brennstäben. Übrig blieben 70.000 Liter hochradioaktive Flüssigabfällle, „High Activ Waste Concentrate“ (HAWC) genannt, die zwischen September 2009 und November 2010 in der eigens dafür gebauten Verglasungsanlage bearbeitet, verglast und in sogenannte Kokillen gefüllt wurden. Diese, immer noch hochradioaktiv, wurden dann in Castor-Behältern nach Lubmin gebracht.

Der Rückbau der kerntechnischen Versuchsanlagen am ehemaligen Kernforschungszentrum Karlsruhe (KfK) geschah bis zum Jahr 2009 in der Verantwortung des KfK durch den "Geschäftsbereich Stilllegung". Bei der Gründung des "Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)" ging dieser Geschäftsbereich in die "WAK GmbH" über, einem Tochterunternehmen der "Energiewerke Nord GmbH (EWN)". Im Februar 2017 wurde aus der WAK GmbH die Firma "Kerntechnische Entsorgung Karlsruhe GmbH (KTE)". Seither sind die über 1.000 Beschäftigten mit dem weiteren Abriss der Atomreaktoren und der WAK beschäftigt.

 

• Bau des ersten Atommüll-Lagers: 1958

• Reaktion auf zu hohe Strahlungswerte 1974:

Zaun wird weiter nach außen versetzt

• Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle heute: 6

• Gelagerte Atommüll-Menge (Oktober 2012): 67.200 m.

• Lagerkapazität: 78.000 m.

• Erweiterung beantragt um: 30.000 m.

• Hoffnung: Einlagerung in „Schacht Konrad“ ab 2023

• „Wiederaufarbeitungsanlage“ Karlsruhe (WAK): 1971–1990

• Baukosten: ca. 30 Mio. €

• Angefallene hochradioaktive „Atomsuppe“: 70.000 Liter

• Bisherige „Lösung“ dafür: Verglasung und Abtransport ins

Zwischenlager Lubmin

 

 

 

BUND OV Karlsruhe engagiert sich gegen Verwendung von Plastiktüten.

Größtes deutsches Zwischenlager für schwach- und mittelaktiven Atommüll liegt im Hardtwald bei Karlsruhe

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