Biene im Rapsfeld. Foto: V. Dilk
Foto: V. Dilk

Zu den Insekten gehören so faszinierende Gruppen wie die Libellen, Schmetterlinge, Heuschrecken, Hautflügler (Wespen, Bienen, Hornissen) und Käfer. Insgesamt gibt es in Mitteleuropa mehr als 30.000 Arten.Allerdings leiden etwa Wildbienen, Schmetterlinge und Heuschrecken unter der Monotonie der Landschaft und der intensiven Bewirtschaftung unserer Wiesen und Felder. Für die Libellen sind verbaute und überdüngte Bäche und Seen ein großes Problem, und spezialisierte Käfer finden in den ausgeräumten Wäldern zu wenig Totholz.Der BUND setzt sich für eine umweltverträgliche Landwirtschaft und für natürliche Wälder, Flüsse und Seen ein. Und der BUND ist auch vor Ort aktiv: Er betreut, sichert und schafft wichtige Lebensräume, die die Insekten-Vielfalt erhalten. Das kann ein „Bienenhotel“ sein, die Pflege von Schmetterlings- und Heuschreckenwiesen oder die Renaturierung und Neuanlage von Gewässern.



Gift gegen Maikäfer schädigt andere Arten

Der BUND lehnt den Pestizideinsatz zur Bekämpfung des Waldmaikäfers im Hardtwald entschieden ab und begründet dies wie folgt:

1. Das zur Verwendung vorgesehene Insektizid Dimethoat wirkt grundsätzlich gegen alle Insekten und weist auch für Wirbeltiere eine hohe Giftigkeit auf. „Kollateralschäden“ sind deshalb unvermeidbar. Die Schädigung anderer Arten würde sich nur dann weitgehend vermeiden lassen, wenn so zurückhaltend gespritzt wird, dass auch keine wesentliche Dezimierung der Maikäfer erfolgt. Dies würde den Gifteinsatz ad absurdum führen.

2. Der Pestizideinsatz in dem nach europäischem Recht geschützten „Natura 2000“-Gebiet ist naturschutzfachlich unsinnig. Selbst wenn es durch den Maikäfer auf großer Fläche zu einem mehrjährigen Totalausfall aller Eichenjungkulturen käme, würde dies den Baumbestand aufgrund der sehr langen natürlichen Lebenserwartung von Eichen langfristig nicht ernsthaft gefährden. Von solch einem Schreckensszenario sind wir weit entfernt. Im Hardtwald gibt es zahlreiche Flächen mit erfolgreicher Eichenverjüngung: mehr als 60 % der von der Forstverwaltung gepflanzten Eichen werden groß. Dies mag im Hinblick auf die Holzverkaufsziele unbefriedigend sein - für den langfristigen Erhalt der Eiche im Hardtwald ist es völlig ausreichend.

Der Pestizideinsatz ist also zum Erhalt des „NATURA 2000“-Gebietes Hardtwald nicht erforderlich. Auf Grund der erwartenden Beeinträchtigung besonders und streng geschützter Arten ist er sogar unzulässig. Soweit eine Bekämpfung des Waldmaikäfers zur Sicherung des Holzertrags geboten scheint, müssen alternative, schonende Methoden eingesetzt werden, so etwa durch weitere Versuche mit dem Beauveria-Pilz.



Ihre Spende hilft.

Suche