Gefälligkeitsgenehmigung für Freimessung

Ja, Herr Minister Untersteller hat wohl mit uns jahrelang gegen Atomenergie gekämpft. Und damals wie heute sind es keine irrationalen Ängste, wenn es um die Gefahr der Strahlung, auch der Niedrigstrahlung, geht. Es geht nicht um harmlosen Bauschutt, sondern um Atommüll, der aus den radioaktiven Bereichen und Bauteilen eines Atomkraftwerks stammt und ‚freigemessen‘ wurde. Wir reden hierbei nicht von Verwaltungsgebäuden oder Kühltürmen, die tatsächlich eine große Menge Bauschutt darstellen und die sogar wiederverwertet werden können. Nein, es geht um radioaktive Teilchen in diesen Schutt, die trotz intensiver Behandlung immer vorhanden sind und die z. B. als Staub von der Deponie geweht werden können. Denn anders als bei länger verweilenden PassantInnen in einer mit Granit gepflasterten Fußgängerzone, die weder in den radioaktiven Granit (der geringe Spuren von Uran enthält) hineinbeißen noch dessen Stäube einatmen und nur deren Schuhsohlen und Kleidung der rund 2 cm weit reichenden Strahlung des Granits ausgesetzt sind, können radioaktive Staubteilchen verschiedener radioaktiver Substanzen, die sich in dem radioaktiven, aber freigemessenen Bauschutt befinden, in den Körper eindringen. Und in der Lunge oder im Darm bestrahlen dann diese Teilchen, je nach Halbwertszeit, die gesunden Zellen über lange Zeiträume auf kurze Distanz. Nicht jede Zelle wird von der Strahlung sofort ´bösartig´, da viele Zellen sich immer wieder selbst heilen können. Die Frage ist nur: wie oft?

Aber Herr Untersteller sagt: „Wir reden hier über keine relevante Belastung.“ Die Wissenschaft und allen voran auch die Landesärztekammer, der Deutsche Ärztetag 2017 (mit Ausnahme des Vorstandes der Bundesärztekammer) sind da anderer Meinung. Sie sagen eineindeutig: Wie jegliche radioaktive Strahlung, also auch die sogenannte „geringfügige“, summiert sich diese in den Körpern von Mensch und Tier und kann früher oder später je nach Disposition zu ernsten gesundheitlichen Störungen bis in das Genmaterial hinein führen. Die Tatsache, dass auch Boden und Wasser wie auch die damit in Berührung kommenden Pflanzungen die Strahlung aufnehmen, verstärkt das Problem zusätzlich über die Nahrungskette. Es gibt keine ‚nicht relevante, ungefährliche‘ radioaktive Strahlung.

Herrn Untersteller empfehlen wir eine vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) im Auftrag gegebene umfassenden Studie: „Defizite der Regelung von Freigaben radioaktiver Stoffe“. Sie macht  klar, wo die Probleme dieses Atommülls liegen und ein schlägt ein umfassendes Entsorgungskonzept im Sinne des Minimierungsgebots der Strahlenschutzverordnung vor. Nach diesem ist die radioaktive Strahlung auf Mensch und Umwelt auch unterhalb der Grenzwerte (die rein politisch und wirtschaftlich motiviert sind) so gering wie möglich zu halten.

Leider hat die Politik geschlafen, und der Umweltminister erteilt Gefälligkeitsgenehmigungen gegen den Rat der Wissenschaft. Und die betroffenen BürgerInnen? Sie sind frustriert, kämpfen aber wie wir weiter bei diesem Abrissmüll um eine Entsorgung, die der Minimierung bzw. Vermeidung jeglicher Gesundheitsgefährdung einigermaßen gerecht wird.

Forschung im JCR unter dem Deckmantel Sicherheit

 

 Gefahr globaler Bedrohung 

„Forschung unter dem Deckmantel Sicherheit“ 

Zu „Forschung an neuartigen Atomreaktoren?“ vom 18. November: 

Auf dem Gelände des KIT-Nord befinden sich zurzeit zwei millionenschwere Großbaustellen. Auf der einen baut die Kerntechnische Entsorgung Karlsruhe (KTE, eine Firma der Bundesrepublik Deutschland) derzeit ein neues Zwischenlager für Tausende von Fässern, gefüllt mit „mittelaktivem Atommüll“. 

Der Bau mit seinen bis zwei Meter dicken Stahlbetonwänden und Decken dient der Zwischenlagerung der strahlenden Abrissreste von „Altlasten“ auf dem Gelände des ehemaligen Kernforschungszentrums Karlsruhe (drei Kernreaktoren, Verglasungsanlage und die Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe). Transparent gegenüber der Öffentlichkeit und den Umweltschutzverbänden geht der Rohbau dieses Zwischenlagers in die Endphase. 

Unter weitestgehender Geheimhaltung jedoch wird – nur einige hundert Meter entfernt – von der gleichen Baufirma der Neubau des „Flügels M“ des Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission errichtet. Früher gab es auf dem Gelände des KIT Nord das zum JRC gehörende Institut für Transurane (ITU). Die Europäische Kommission hat alle bisher in Europa verteilten Forschungseinrichtungen von Euratom nach Karlsruhe verlegt, so dass die Forschung und Entwicklung neuer Kernreaktoren – von Euratom finanziert – hier konzentriert mit dem ITU als Kerninstitut weiter verfolgt werden kann. 

Mit Genehmigung des Umweltministeriums Baden-Württemberg entsteht ein neues Lager- und Forschungsgebäude zur Unterstützung der Atomindustrie in Europa. 

Wir wissen, dass in dem (bisher unzureichend gesicherten) Lagergebäude des ITU bereits große Mengen an Plutonium, angereichertem Uran 235 und Thorium gelagert werden. Wir wissen auch, dass dort neue Atombrennstäbe gebaut und – nach einer Bestrahlung im Ausland – in Karlsruhe dann auf die Zusammensetzung der radioaktiven Substanzen untersucht werden. Wir kennen den Namen der Forschungsprojekte, darunter „Samofar“, in dem es um Thorium-Flüssigsalzreaktoren der vierten Generation geht. Da es dem JRC nach der Genehmigung untersagt ist, an neuen Reaktoren zu forschen, wird unter dem Deckmantel der „Sicherheitsforschung“ dennoch an diesem Reaktortyp und seinen Brennstoffen geforscht. 

Das „Karlsruher Bündnis gegen neue Generationen von Atomreaktoren“ will sich und die Öffentlichkeit kundig machen, was sich hinter diesem und anderen neuen Reaktortypen verbirgt. Wir hatten deshalb Dr. Rainer Moormann, einen profunden Kenner dieser schwierigen Materie, als ehemaligen Mitarbeiter an einem Thorium-Versuchsreaktor in der Kernforschungsanlage Jülich, zu dem Vortrag eingeladen. Sein Vortrag zeigte deutlich auf, dass diese Hochtemperatur-Flüssigsalzreaktoren eine einfache Möglichkeit bieten, bei der Atomstromgewinnung ohne Umwege kontinuierlich waffenfähiges Uran 233 „abzuzapfen“. 

Die Weitergabe (Proliferation) nicht nur von Atomwaffenwissen, sondern vor allem auch der mögliche Bau von Atombomben durch sogenannte Zwergstaaten kann durch diese Technologie zu einer globalen Bedrohung werden. Da diese Art von Reaktoren von den Befürwortern mit vielen Vorteilen gegenüber herkömmlichen Leichtwasser-Kernreaktoren beworben wird, entlarvte Referent Rainer Moormann kenntnisreich dies als „Verkaufspropaganda“. 

Wer sich genauer informieren will, kann sich die Folien des Vortrags auf der Homepage des BUND Karlsruhe ansehen (karlsruhe.bund.net). 

Harry Block 

Karlsruhe 

Dr. Dirk-M. Harmsen 

Karlsruhe 

Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | AUS DER REGION | 23.11.2017 Seite 30 

Neuartige Thoriumreaktoren und deren Risiken

1

Neuartige Thoriumatomreaktoren und deren Risiken

 

Autor: Thomas Partmann

Stand: 06.09.2017

Deutschland ist aus der Atomwirtschaft ausgestiegen, die Atomreaktoren der 2. Generation werden

stillgelegt und rückgebaut. Reaktoren der 3. Generation werden unter wachsenden Schwierigkeiten

in Frankreich und Finnland zurzeit gebaut und in Großbritannien geplant. Die sich im Entwicklungsstadium

befindenden Atomreaktoren der 4. Generation Flüssigsalzreaktoren (Molten Salt Reactor, MSR,

und dessen Weiterentwicklung Molten Salt Fast Reactor, MSFR) arbeiten mit Thorium als Brennstoff.

Die Aussage der Protagonisten, dieser Reaktortyp sei aufgrund seiner Konstruktion besonders sicher,

bezieht sich lediglich auf die technische Anlagensicherheit.

Die Bedrohung durch äußere Einflüsse wie Naturkatastrophen, Terroranschläge, Flugzeugabstürze,

menschliches Versagen, Erdbeben, usw. bleibt. Atommüll entsteht auch hier.

Hinzu kommt ein nicht zu leugnendes Risiko der Weiterverbreitung (engl. Proliferation) von

waffenfähigem Uran. Alle bisherigen Kernreaktoren machen die Entnahme von waffenfähigem Material

nahezu unmöglich. Beim Thorium-Flüssigsalzreaktor ist die Materialeinspeisung und Entnahme mittels

einer eingebauten Aufarbeitungsanlage fester Bestandteil des Reaktors!

Eine überzeugende technische Lösung, die eine Proliferation von Spaltmaterial zuverlässig verhindert, ist

bislang nicht in Sicht.

Die Internationale Atomenergie-Organisation IAEO [22] unterstützt Forschung und Entwicklung dieser

Reaktoren, speziell auch von kleinen modularen Einheiten in Containergröße, deren Betrieb und

Standort kaum zu kontrollieren ist. Nach den USA und Japan ist Deutschland drittgrößter Beitragszahler

für den rund 350 Mio. Euro umfassenden Haushalt der IAEO.

Zahlreiche dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zugehörige Institute und dort angesiedelte

Einrichtungen wie das JRC- Dir G - Nukleare Überwachung und Sicherheit (Karlsruhe), ehemals Institut

für Transurane (ITU) [24], und die AREVA-Schule [21] beteiligen sich im Auftrag von EURATOM durch

Forschungsarbeiten und Kurse trotz Atomausstieg an deren Weiterentwicklung.[1+23] Dazu zählt unter

anderem das SAMOFAR-Projekt im Rahmen des Horizon 2020 EURATOM-Forschungsprogramms

[19,25], an dem wie die Kleine Bundestags-Anfrage zu Thorium-Forschung am KIT und ITU [20]

gezeigt hat, beide Institutionen beteiligt sind.

In den neuartigen Reaktoren wird Uran-233 erbrütet, das wie Uran-235 und Plutonium-239 zum Bau von

Atomwaffen genutzt werden kann (Dual-Use-Problematik).

In dem Vortrag möchte ich die neuartige Technik dieser Reaktoren und deren Gefahrenpotential

erklären und um Unterstützung für eine weltweite Ächtung von Atomwaffen werben, wie sie eine

„Humanitäre Initiative“ von 159 Unterstützerstaaten vor der UN beantragt. [2]

Ein derartiges Verbot lässt sich nicht durchsetzen und genügt nicht, sobald sich jeder Staat das für eine

Atombombe erforderliche Nuklearmaterial bequem selbst erbrüten kann, zumal eine effiziente

Proliferationskontrolle aufgrund der möglichen kleinen, modularen und mobilen Bauart der

Flüssigsalzreaktoren nicht gegeben ist.

2

Um eine massiveWeiterverbreitung von Atomwaffen zu verhindern und auch nichtstaatlichen Akteuren,

wie Kriminellen und Terrorgruppen, den Zugang zu Nuklearmaterial zu versperren, ist es erforderlich,

dass Forschung, Entwicklung und Betrieb von Einrichtungen, die die Erzeugung von waffenfähigem

Nuklearmaterial ermöglichen, eingestellt und nicht weiterentwickelt und gefördert werden!

Gelder, die hier eingespart werden, sollten nachhaltigen Entwicklungen zum Klimaschutz und zur

weltweiten Verbreitung von alternativen Energien zur Stromerzeugung und zu deren Speicherung zu

Gute kommen. Dafür spricht neben dem Gebot derWirtschaftlichkeit – alternative Energien sind heute

schon günstiger als Atomstrom – auch die friedensfördernde Funktion dieser in die Zukunft gerichteten

Investition.

Wie kann man einerseits den Kampf gegen den Terror propagieren und andererseits für die weltweite

Verbreitung von waffenfähigem atomarem Material sorgen?

Und wie passt dies zum Beschluss der Bundesregierung, die Teilnahme an den laufenden

Verhandlungen zur Ächtung von Atomwaffen bei der UN zu verweigern? [17]

Deutschland muss nach dem Atomausstieg 2011 auch die nächsten konsequenten Schritte tun und

die Förderung zukünftiger Reaktorgenerationen einstellen und aus dem EURATOM-Vertrag austreten.

„EURATOM steht für die atomkraftgläubige Energiepolitik des vorigen Jahrhunderts“ mahnt Greenpeace

[3], und auch der 15. Bundestag mit einer rot-grünen Koalition unter Gerhard Schröder hat in einem

Beschluss am 12. März 2003 gefordert, den EURATOM-Vertrag auslaufen zu lassen. Doch auch deutsche

Forscher erhalten weiterhin Fördergelder aus Brüssel um die Reaktor-Entwicklung voranzutreiben. [4].

Kernkraft ohne Risiko?

Die Atomlobby, auch bei uns, versucht mit allen Mitteln den Atomausstieg rückg.ngig zu machen:

Sie stellt den Flüssigsalzreaktor als Errungenschaft dar, die zukünftig weltweit saubere und sichere

Energie liefert und das Atommüllproblem löst. Alternative Energien, abhängig von Wind und Sonne,

stellen, da sie nicht kontinuierlich zur Verfügung stehen, für sie nur eine willkommene Ergänzung dar.

Nur Kernkraft könne Energiebedarf und Klima sichern, behaupten die Atom-Befürworter!

Um die Öffentlichkeit für ihre Ziele zu gewinnen, setzt die Atomlobby neben dem Internet auf

Produktplazierungen, selbst in öffentlichen Medien, und das erprobte Mittel der persönlichen

Verunglimpfung von Kernkraftgegnern [5]. Im Film „Thorium – Atomkraft ohne Risiko?“, der zuletzt im

September 2016 in arte ausgestrahlt wurde, wird laut eigener Aussage erörtert, „warum Kernkraft aus

Thorium 1945 eine technologische Totgeburt war, und warum es plötzlich doch der Brennstoff der

Zukunft sein soll“.

Nur zu dem Risiko der Proliferation dieser Technologie wurde im arte-Film keinWort gesagt, auch

wenn der Titel der Sendung dies verspricht. Dies ist pure Werbung, die Risiken und Nebenwirkungen

des Produkts bewusst verschweigt. Jeder unvoreingenommene Zuschauer musste glauben, Thorium sei

die Lösung! [9] Die Atomlobby bedient sich auch hier eines bewährten Tricks, sehr effizient zu lügen,

ohne die Unwahrheit zu sagen, indem sie gewisse Dinge, wie die Risiken, einfach verschweigt.

Thoriumreaktor als Lösung für unseren Atommüll?

Ein Thoriumreaktor produziert zwar weniger und kürzer strahlenden Atommüll als ein Uran-Reaktor,

dafür strahlt er stärker, was Transport und Lagerung erschwert. [10]

Aber Atom-Müll bleibt Atom-Müll und muss entsorgt werden!

3

Die Behauptung: „Dem Brennstoff kann man langlebigen Atommüll (Transurane) aus Leichtwasserreaktoren

beimischen, den Müll auf diese Weise loswerden und dabei auch noch Energie gewinnen“

[11] ist äußerst fragwürdig. Dazu sind die vorhandenen abgebrannten Brennelemente der ersten und

zweiten Reaktorgeneration viel zu stark verunreinigt. Im Flüssigsalzreaktor können bestenfalls

Radionuklide wie Uran und Plutonium aus Restbeständen vorhandener Reaktorbrennstoffe oder aus

ausgesonderten Atombomben mit verbrannt werden.

Ende eines Mythos

Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Gründe, die Norwegen 2007 dazu bewogen haben,

die Pläne zum Bau eines Thorium-Reaktors aufzugeben, nachzulesen in [10] und [14].

Auch wenn im Thorium-Reaktor die Kettenreaktion leicht zu stoppen sei, so die norwegische Studie,

gebe es ein Unfallrisiko durch die Nachzerfallswärme, die nur durch funktionierende Kühlsysteme

abgeführt werden könne. Deshalb sei dieWahrscheinlichkeit einer Kernschmelze für Uran- oder

Thoriumbrennstoff gleich. Zudem lasse sich das Uran-233 doch militärisch missbrauchen, Terroristen

könnten es deshalb für „nichtfriedliche Zwecke“ nutzen. Hinzu komme, dass auch die Thorium-

Technologie das Atommüllproblem nicht lösen könne.

Nils Bøhmer, Atomexperte bei der internationalen Umweltschutzorganisation Bellona in Oslo,

kommentierte dies mit den Worten: „Hoffentlich beschäftigt sich die Politik jetzt mit wirklichen

Lösungen der Klimaproblematik.“ [14]

Auch das UK National Nuclear Laboratory (NNL) mit Sitz in Sellafield bewertet das Proliferationsrisiko in

einem Positionspapier zum Thorium-Brennstoffzyklus, August 2010, wie folgt:

Das NNL glaubt, dass Uran-233 ein ähnliches Proliferationsrisiko darstellt wie hochangereichertes Uran

im Uran-Plutonium-Brennstoffzyklus. [15]+[16] und kommen zu dem ernüchternden Ergebnis:

“The thorium fuel cycle does not currently have a role to play in the UK context, other than its potential

application for plutonium management in the longer term“.

Thoriumreaktoren lösen keine Probleme

Ken Davis erklärt in seinem lesenswerten Beitrag „Wahnsinn Kernspaltung – Die Lügen der

Atomindustrie in Sachen Thorium“ [18]:

„Zusammenfassend kann mitgeteilt werden: Auch Thoriumreaktoren produzieren

hochradioaktiven Müll, auch sie machen Probleme in Sachen Proliferation, auch sie stehen für

Katastrophenszenarien – z.B. als mögliche Ziele für Terroristen oder militärische Attacken.

Anhänger von Thoriumreaktoren betonen, dass all diese Risiken im Vergleich zu den

konventionellen Plutonium-Brüter-Konzepten doch geringer seien.

Ob das nun wahr ist oder nicht: die grundsätzlichen Probleme, die mit der Atomenergie in

Zusammenhang stehen, werden dadurch auf keinen Fall gelöst. Die Nutzung der Kernkraft war

schon immer ein Schwerverbrechen an der Menschheit, in Tateinheit mit Profitgier und absoluten

Wahnsinn.”

Fazit: Flüssigsalzreaktoren gehören zu den gefährlichsten zivilen Technologien,

die je entwickelt wurden!

4

Links:

Flüssigsalzreaktor, Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%BCssigsalzreaktor (4. Juli 2017)

[1] Atomforschung am Karlsruher KIT: Thorium – die halbe Wahrheit ist die größte Lüge oder

der unerkannteWeg zu atomwaffenfähigem Uran-233, Januar 2017

karlsruhe.bund.net/index.php

d%5d=6803 (abgerufen am 4. Juli 2017)

[2] UN beschließen zu Heiligabend Konferenz über Atomwaffenverbot

www.icanw.de/aktivitaten/un-beschliessen-zu-heiligabend-konferenz-ueber-atomwaffenverbot/

(abgerufen am 4. Juli 2017)

[3] Umweltverbände fordern: Euratom raus aus der neuen EU-Verfassung

https://www.greenpeace.de/node/922/feed.xml/feed.xml (abgerufen am 4. Juli 2017)

[4] Das ist die Zukunft der Kernkraftwerke – Konzept 6 – Flüssigsalzreaktor

https://www.welt.de/dieweltbewegen/article13537451/Das-ist-die-Zukunft-der-Kernkraftwerke.html

(abgerufen am 4. Juli 2017)

[5] BUND: Thorium-Reaktor Alte Lügen - Neu verpackt / "Thorium - Atomkraft ohne Risiko?"

www.bund-rvso.de/thorium-reaktor-fluessigsalz-klein.html (abgerufen am 4. Juli 2017)

[9] arte - Thorium Kernkraft ohne Risiko – Film – auf youtube zu finden

[10] Focus Online - Gibt es das sichere Atomkraftwerk?

www.focus.de/wissen/technik/atomkraft/tid-22180/physik-gibt-es-das-sichere-atomkraftwerk_aid_623998.html

(abgerufen am 4. Juli 2017)

[11] Schlagwort-Archive: Thorium-Flüssigsalzreaktor

https://rainerklute.wordpress.com/tag/thorium-flussigsalzreaktor/ (abgerufen am 4. Juli 2017)

[14] taz - Thorium ist auch keine Lösung www.taz.de/!5170129/ (abgerufen am 4. Juli 2017)

[15] The Thorium Fuel Cycle- An independent assessment by the UK National Nuclear – Aug 2010

www.nnl.co.uk/media/1050/nnl__1314092891_thorium_cycle_position_paper.pdf

(abgerufen am 4. Juli 2017)

[16] Thorium Nuclear Bombs

https://kevinmeyerson.wordpress.com/2012/05/07/thorium-nuclear-bombs-short-version/

(abgerufen am 4. Juli 2017)

[17] Telepolis: Bundesregierung: Nein zu Verhandlungen zu Atomwaffenverbot

https://www.heise.de/tp/features/Bundesregierung-Nein-zu-Verhandlungen-zum-Atomwaffenverbot-

3630144.html (abgerufen am 4. Juli 2017)

[19] SAMOFAR (Sicherheitsbewertung von Flüssigsalzreaktoren),

eines der Hauptforschungsprojekte im Horizon 2020 – EURATOM-Programm: www.samofar.eu

(abgerufen am 4. Juli 2017)

[20] Kleine Anfrage zu Thorium-Forschung am KIT und ITU: Bundestag, Drucksache 18/11327

dipbt.bundestag.de/dip21/btd/18/113/1811327.pdf (abgerufen am 4. Juli 2017)

5

[21] AREVA – Nuklear – Schule: www.anps.kit.edu (abgerufen am 4. Juli 2017)

[22] IAEA-Advanced Reactors Information System (ARIS): https://www.iaea.org/NuclearPower/aris/

(abgerufen am 4. Juli 2017)

[23] In Deutschland wird an der Entwicklung neuer Atomreaktoren und Atomwaffen geforscht

www.sonnenseite.com/de/wissenschaft/in-deutschland-wird-an-der-entwicklung-neueratomreaktoren-

und-atomwaffen-geforscht.html (abgerufen am 4. Juli 2017)

[24] Institut für Transurane (JRC-ITU) neu: JRC- Dir G - Nukleare Überwachung und Sicherheit

(Karlsruhe) https://de.wikipedia.org/wiki/Institut_f%C3%BCr_Transurane (abgerufen am 4. Juli 2017)

[25] SAMOFAR-Beteiligung von ITU und KIT

https://public.ornl.gov/conferences/MSR2016/docs/Presentations/MSR2016-day1-12-Ondrej-Benes-

MSR-RandD-program-in-EU.pdf (abgerufen am 4. Juli 2017)

zum Proliferationsrisiko:

[18] Wahnsinn Kernspaltung – Die Lügen der Atomindustrie in Sachen Thorium

https://newstopaktuell.wordpress.com/2015/11/26/wahnsinn-kernspaltung-die-luegen-deratomindustrie-

in-sachen-thorium/ (abgerufen am 4. Juli 2017)

Thorium Reactors and Nuclear Weapons Proliferation: “The Promise and Peril of Thorium”

08.08.2013 - Canada - Pressenza Hong Kong

https://www.pressenza.com/2013/08/thorium-reactors-and-nuclear-weapons-proliferation-thepromise-

and-peril-of-thorium/ (abgerufen am 4. Juli 2017)

Thorium: Proliferation warnings on nuclear 'wonder-fuel', December 5, 2012

https://phys.org/news/2012-12-thorium-proliferation-nuclear-wonder-fuel.html (abgerufen am 4. Juli

2017)

Thorium for Nuclear Energy – a Proliferation Risk? –> Powerpoint-Präsentation

Wolfgang Rosenstock and Olaf Schumann

Fraunhofer -Institut für Naturwissenschaftlich -Technische Trendanalysen (INT) – 2013

publica.fraunhofer.de/eprints/urn_nbn_de_0011-n-2348570.pdf (abgerufen am 4. Juli 2017)

Thorium Nuclear Bomb Proliferation Risks - 2012

www.agreenroadjournal.com/2012/12/thorium-nuclear-bomb-proliferation-risks.html

(abgerufen am 4. Juli 2017)

Don't believe the spin on thorium being a greener nuclear option

https://www.theguardian.com/environment/2011/jun/23/thorium-nuclear-uranium (abgerufen am 4.

Juli 2017)

Thorium-Artikel Ashley et al. dt. Übersetzung „Kernwaffennutzung: Die vergessene Gefahr des

Thoriums“ in „Spektrum der Wissenschaft“, Dezember 2012

www.spektrum.de/news/die-vergessene-gefahr-des-thoriums/1173175 (abgerufen am 4. Juli 2017)

Thorium-Artikel Ashley et al. im engl. Original, „Thorium fuel has risks“, „Nature“, Dec. 2012, VOL

492, S. 31-33:

https://www.researchgate.net/publication/233880587_Nuclear_energy_Thorium_fuel_has_risks

(abgerufen am 4. Juli 2017)

6

Anmerkung:

In der deutschen „Spektrum derWissenschaft“ -Übersetzung des Ashley-Artikels fehlt übrigens der

absolut entscheidende letzte Teil im grauen Kasten des englischen Originals: Die Beschreibung der

„Reduktiven Extraktion“ von 99% reinem Uran 233 aus Thorium über den Zwischenschritt Protactinium.

Ein Schuft wer Böses dabei denkt? Aus 8 kg dieses Urans kann eine Atombombe gebaut werden.



BUND Kindergruppen in Karlsruhe

Weitere Infos / Kontakt:
Simone Gilbert
kindergruppen.mittlerer-oberrhein@bund.net
Telefon 0721 35 85 82

Neuigkeiten:

Sprengung der Kühltürme von Philippsburg schon 2020

Die Kühltürme von KKP 1 und KKP 2 in Philippsburg sollen gesprengt werden, wenn mit dem Abschalten des 2. Blocks von Philippsburg auch der zweite Kühlturm im Jahre 2020 dann endlich stillgelegt ist. Frage mit welcher Genehmigung? Umweltverträglichkeitsprüfung oder bloße baurechtliche Kenntnisgabe. Wir fordern eigenständige Umweltverträglichkeitsprüfung. 

 

 

Verkehrskollaps in Karlsruhe wird durch neues Frachtzentrumserweiterung verstärkt. BUND-Einwendungen zu Erweiterung für riesiges, zusätzliches Gefahrstofflager der Fa. Dachser in Malsch

Das bestehende Logistikzentrum zur Lagerung von Chemikalien der Fa. DACHSER Logistikzentrum Malsch soll von 2.000 Tonnen auf 40.000 Tonnen erweitert werden.

Von den einzulagernden Waren werden dabei 22.000 Tonnen als Gefahrstoffe eingestuft.

S. ganze Medienmitteilung nebenstehend.   

Größtes deutsches Zwischenlager für schwach- und mittelaktiven Atommüll liegt im Hardtwald bei Karlsruhe

BUND OV Karlsruhe engagiert sich gegen Verwendung von Plastiktüten.

Suche

Erklärung Harry Block bei der Erörterung zum Abriss von GKN 2

 

 

 Eingangsstatement von Harry Block beim Erörterungstermin zu GNK 2 (bezüglich der Erteilung der Stilllegungs- und Abbaugenehmigung (SAG) für das Kernkraftwerk Neckarwestheim 2 nach § 7 Absatz 3 des Atomgesetzes) am 27.11.2018 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitbetroffene, 

andere kritische Menschen und ich haben ein Buch über die Strategische Einbindung von Initiativen bei Erörterungen wie dieser und Mediationen geschrieben. Diese Mitmachfalle hat nun Dr. Dieter Kostka in seiner Expertise zur Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Standortsuche für ein langfristiges Atommüll-Lager nochmals aufgearbeitet. Ich werde im Folgenden seine und meine Anmerkungen zu diesem Verfahren vortragen, deren Einschätzung man dann im Ergebnis überprüfen kann. 

„Beteiligt sein“ ist ein für viele Bürger ein wünschenswerter Zustand. Aktuell hat das Umweltministerium einen Preis für vorbildliche Umweltbeteiligung gewonnen. Aber den würden sie für dieses Verfahren bestimmt nicht erhalten. Denn heute geht es nicht um belangloses Energie-Bla-Bla für eine völlig nebulöse Energiezukunft sondern um den konkreten, umstrittenen Abriss eins noch 4 Jahre im Betrieb befindlichen Atomkraftwerks. 

Idealerweise wird mit Beteiligung verbunden, dass man nicht nur seine Sicht der Dinge mitteilen darf. Es gehört dazu, dass wir als kritische Masse der Atomkraftgegnerinnen, die sich oft schon seit Jahrzehnten um die Atomkraftwerke besorgt kümmern, als Personen oder Verbände nicht nur als Staffage und Requisite dazugehören. Dass man auf Augenhöhe behandelt wird und sich entsprechend einbringen kann, wird allein durch die technische, juristische und wissenschaftliche Übermacht der Antragstellerin verhindert, die sich viele Monate gegen Entgelt nur mit diesem Verfahren beschäftigen Trotzdem gehört zum Idealbild, dass unsere Meinung substanziell gehört und anerkannt wird, selbst dann, wenn Sie als Genehmigende, die letztlich zu entscheiden haben, unsere Einwendungen im Ergebnis nicht teilen. Das kostete Sie und uns Zeit und manchmal auch Nerven, ganz abgesehen davon, dass ja nicht alle Menschen so intensiv beteiligt sein können und dann zwangsläufig die sensible Frage entsteht, wem dieses Privileg dann im Einzelfall zuteilwerden kann, falls er wie ich heute überhaupt Zeit hat, hier zu erscheinen. 

Sie müssen sich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben ja nicht überlegen, wen Sie und wann zwecks „Beteiligung“ kontaktieren. Sie setzen es ins Amtsblatt – fertig. Sie müssen nur die erhaltenen Reaktionen irgendwie zu einer Tagesordnung, die wir nun vorgelegt bekommen haben, verarbeiten. Das haben Sie hier wie immer kurzfristig gemacht. Sie orientieren sich an Rechtsnormen, an politischen Vorgaben Ihrer Vorgesetzten, an Erfahrungen der anderen Erörterungen, auch aus anderen Behörden und an Erkenntnissen und Empfehlungen Ihrer handverlesenen Expertinnen. Es geht Ihnen rechtlich letztlich nicht darum, uns, die beteiligt wurden, zu verstehen, oder gar darum, unsere Bedenken auszuräumen bzw. unsere Einwände zu erfüllen, die wir im Rahmen der Beteiligung an Sie herangetragen haben. Es geht Ihnen nur darum, uns, die man formal beteiligen muss, Gelegenheit gegeben zu haben, sich zu äußern, und diese Äußerungen im weiteren 2 

 

Verfahren zu „berücksichtigen“. „Berücksichtigen“ bedeutet dabei allerdings nur, sie in irgendeiner Weise zu verarbeiten, das heißt, Sie können sie nicht unbesehen völlig ignorieren und in die Rundablage – sprich Papierkorb – legen. Sie sind Ihnen, und das zeigen die bisherigen zwei Abrissgenehmigungen, aber eigentlich wurscht. Denn um unsere Einwände zu killen, reicht es vollkommen aus, der Berücksichtigungspflicht im Anhang der Genehmigung Genüge zu tun. Es ist zwar nicht verboten, über dieses formale Minimum an Beteiligung hinaus intensiver und unter Umständen auch mit unseren Gutachtern verständnisvoll auf uns zuzugehen. Aber bei einem teuren Konfliktthema, wie hier der Abriss eines Atomkraftwerkes, das noch über Jahre uns in unserem Leben bedroht, zieht man sich aber rasch auf dieses formale Minimum zurück. Alternativlose Bastapolitik! 

Wir Bürgerinnen empfinden das heutige Beteiligt-Werden nicht als freundlichen Akt der Anerkennung, sondern als hoheitliche Gnadengeste des Staates. Auch bei uns gab es jedoch mal bei GRÜNEN Hoffnung. Der heutige Umweltminister sah die Gefährlichkeit der Niedrigstrahlung noch so wie ich. Heute sagt er zu mir in der Öffentlichkeit der Infokommission in Philippsburg: Harry halts Maul! 

Damals war ich der Ansicht, da interessiert sich anscheinend jemand, der etwas zu sagen hat, für meine Meinung, meine Erfahrungen oder meine Anliegen. Man möchte mich anhören! Damit war bei mir anfangs die Hoffnung verbunden, ausdrücklich, dass meine/unsere Beteiligung den weiteren Verlauf und auch das Ergebnis des Verfahrens in meine/unsere Richtung beeinflusst – das war aber keineswegs der Fall. So wird aus Hoffnung Verdruss. Oder wie es der Ministerpräsident dieses Landes sagt: ANgehört zu werden heißt nicht, dass man GEhört wird oder gar ERhört. 

In allen bisherigen Verfahren wurde über weite Strecken nicht wirklich ZUgehört, sondern die geäußerten Meinungen von uns werden nur gesammelt, gesichtet und nach bestimmten Rastern hoheitlich nach Gesetzesvorgabe ausgewertet; unsere Einwände werden allenfalls zu Spiegelstrichen in Tabellen von Soziologen, die solche Veranstaltungen zu Masterarbeiten und Doktorarbeiten verwursteln, um uns beim nächsten Mal noch besser über den Tisch ziehen zu können. Wir, die dahinter stehenden BürgerInnen, interessieren erst einmal nicht. 

Es kann freilich durchaus vorkommen, dass man dabei an einen interessierten und aufgeschlossenen Sachbearbeitenden in der Beteiligungsbehörde gerät, der oder die beim Sichten der Meinungen nachdenklich wird, wie z. B. Herr Dr. Scheitler, und manche Aspekte in einem behördeninternen Entwurf vielleicht sogar tatsächlich aufgreift. 

Wir konnten dies in einem Fall sogar aus den Akten nachweisen und der Öffentlichkeit mitteilen, als es um die Genehmigung der Verbrennung von 100 Prozent Müll in Zementwerken ging, und natürlich wurde aber auch dort letztlich politisch so entschieden, wie die Betreiber es wollten. Das Emissionsschutzgesetz für Müllverbrennungsanlagen wird für Zementwerke in Teilen außer Kraft gesetzt. Die unglaubliche Rolle der Behörden im Dieselskandal ist ja auch jedem präsent, und die Ankündigung der Kanzlerin, an den Grenzwerten herumzudoktern, geht in die gleiche industriefreundliche Richtung. 3 

 

Unsere Argumente, fließen dann manchmal als kleine Tröpfchen in den großen „Argumente-See“ des Beteiligungsverfahrens. Über das Umgehen damit wird aber am Ende summa summarum doch politisch entschieden – egal wie weit Sie dies auch von sich weisen. In der Genehmigung finden wir uns im Anhang auf vielen Seiten letztlich immer mit dem folgenden lapidaren Satz abgewehrt: „Der Bewertungsmaßstab für diese Sicherungsaspekte orientiert sich am gültigen gesetzlichen und untergesetzlichen Regelwerk.“ Die EnBW ist eine fast 100prozentige Tochter des Landes oder von Landkreisen. Das hat mehr als nur ein Geschmäckle. Bei hartnäckigeren oder tiefergehenden Beiträgen im Beteiligungsverfahren wird man wortkarg. Auf die bis heute völlig ungeklärte Frage des Bundesamtes für Strahlenschutz nach der andersartigen Radionuklid-Abgabe in die Atemluft beim Abriss, die ich bei KKP 2 schon gestellt habe – reicht es unterdessen, den jeweiligen Beteiligten sagen zu können: „Was wollt ihr denn noch? Wir haben euch doch schon beteiligt“! 

Außenstehenden dann noch zu verdeutlichen, dass einem die Art, wie man beteiligt wurde, aber nicht ausreicht, weil man eben nur ANgehört, aber nicht GEhört wurde, fällt sehr schwer. So entsteht bei den Medien und der Bevölkerung leicht der Eindruck von uns Umweltschützern als quengelige Nimmersatte. Originalton draußen: Die sollen endlich die Klappe halten und sich mal nicht mehr so anstellen. Und das entwertet in der öffentlichen Debatte dann auch die besten Argumente. Das ist für den Vorhabenträger, der sein Projekt durchbringen möchte, recht vorteilhaft, für uns Projektkritikerinnen ein Ansehensverlust! 

Als Trotzreaktion kann es dann wiederum zu erneutem Widerstand kommen, gemäß dem Merksatz des Kommunikationspsychologen Schulz von Thun: 

„Wer sich nicht erhört fühlt, benimmt sich UNerhört!“ 

Wir aus den BIs und Umweltverbänden sind die Mittler, die eine repräsentative Demokratie für gesellschaftlichen Widerstand und nachhaltige Zukunftsentwicklung braucht. Wir benennen unsere erkenntnisleitenden Interessen schon in den Scopingterminen. Ja, natürlich haben wir sicher eine völlig andere Einschätzung durch unsere Wissenschaftler bezüglich der Wirkung von Radioaktivität auf Lebewesen. Wir arbeiten aber nicht mit fake news à la Trump oder AfD. Sind wir Organisierte ausgeschaltet, wie es zur Zeit in Frankreich sich ereignet, dann herrscht das Anarchische, dann nützt auch keine cremige GRÜNEN-Politik mehr, dann haben die Polit-Eliten und unsere Wirtschaft in diesem Land ein echtes Problem. 

Diese Erörterung ist in ihrer praktischen Ausgestaltung und in der Verbindlichkeit ihrer Ergebnisse völlig offen, letztlich belanglos, weil heute ja niemand hier im Raum weiß, wie der Abriss vonstattengeht und welche Probleme dabei noch auftauchen werden. 

Wie immer gibt es keine Gesamtschau über den Gesamtstandort. Der wesentliche Teil, die Behandlungsanlage, ist ein schwarzes Loch. Da kann man ja nicht alle Eventualitäten – vorab überhaupt nicht, weder als Behörde noch als EinwenderIn – vorhersehen. Es lässt sich also nichts im Detail regeln, wie wir vom BUND es bei sonstigen Planfestellungsprojekten kennen. Die Genehmigung lässt daher dem Antragsteller EnKK alle Spielräume. Genau deren Ausgestaltung wäre dann zwar strittig. Sie werden aber heute, da sie ja in keiner Weise 4 

 

bekannt sind, auch nicht erörtert. Die Genehmigung – der Persilschein – liegt heute eigentlich schon vor. 

Ergo, der Abriss und seine gesamten Folgen werden die Gesundheit nicht nur der regionalen Bevölkerung über Jahrzehnte noch beeinträchtigen. Das laufende Atomkraftwerk wird noch vier Jahre nicht nur diese Region bedrohen. Damit ich mich aber nicht in einem Verfahren aus Besorgnis daneben benehme, mich also unerhört verhalte, wünschen ich Ihnen damit einen „Schönen Tag“.