BUND protestiert gegen Pläne von Stora Enso

Gigantische Müllverbrennungsanlage in Karlsruhe ist ökologisch und ökonomisch nicht zu verantworten

Die Papierfabrik Stora Enso plant auf ihrem Gelände in Karlsruhe-Maxau den Bau einer Verbrennungsanlage für bis zu 700.000 Tonnen Müll im Jahr. Am 14. Februar 2007 hat das Regierungspräsidium Karlsruhe einen Scoping-Termin zu dieser Planung durchgeführt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) macht erhebliche Bedenken gegen die geplante Anlage geltend. Eine derartige Emissionsquelle in einem bereits hoch belasteten Gebiet ist völlig inakzeptabel. Im Genehmigungsverfahren wird der Verband Lücken beim Schutz der Bevölkerung und der Umwelt offen legen.

Die geplante Anlage wird gigantisch sein. 700.000 Tonnen Müll entsprechen der zehnfachen Müllmenge aller Karlsruher Haushalte und Gewerbebetriebe. In der gescheiterten Thermoselect-Anlage im Rheinhafen sollten gerade einmal 225.000 Tonnen verbrannt werden. „Der BUND lehnt deshalb die zusätzliche Schadstoffbelastung kategorisch ab, die von dieser Anlage verursacht wird“, so Armin Gabler, der Vorsitzende des BUND-Regionalverbands Mittlerer Oberrhein.

Der Karlsruher Westen ist schon jetzt extrem belastet. So befinden sich am Rheinufer die Kraftwerksblöcke der EnBW mit einer Leistung von insgesamt 1.480 Megawatt, die Raffinerien der MIRO mit einem Raffinerievolumen von rund 17 Millionen Tonnen Erdöl und die bestehenden Verbrennungsanlagen der Stora Enso. Auf Knielinger Gemarkung betreibt die Stadt Karlsruhe außerdem zwei Klärschlammverbrennungsanlagen mit je 100.000 Tonnen Jahreskapazität. Weitere Belastungen stehen bevor: Der Bau von zwei zusätzlichen Kraftwerken der EnBW mit rund 1.200 Megawatt befindet sich in der Ausführungsplanung, während auf der anderen Rheinseite die Papierfabrik Palm dabei ist, ihre Verbrennungskapazität zu vergrößern.

Stora Enso benötigt für seinen Betrieb zusätzliche Wärmeenergie. „Diese ist in räumlicher Nähe im Überfluss vorhanden“, so der BUND-Regionalverband Mittlerer Oberrhein. Wie der Leiter des Rheinhafen-Dampfkraftwerks RDK7 am 15. Januar 2007 bei einem Treffen mit Mitgliedern der Bürgervereine Knielingen und Daxlanden mitteilte, führte die EnBW mit Stora Enso intensive Verhandlungen über die Lieferung von Wärme. Stora Enso schlug das Angebot jedoch aus.

Aus dem Schreiben des Regierungspräsidiums: "Als Brennstoffe sollen die im Werk anfallenden Rinden und Schlämme aus Deinking- und Kläranlage, sowie angelieferte Biobrennstoffe, Altholz (A1-A4), qualitätsgesicherter Ersatzbrennstoff und Kohle eingesetzt werden." Enthalten sind also z. B. belastete Hölzer (A1 - A4, d. h. teilw. Sondermüll) und sog. Ersatzbrennstoff (wie Industriemüll). Nur ca. 145.000 Tonnen / Jahr sind eigene Abfälle von Stora Enso. Bei den Jahres-Emissionen wird derzeit ausgegangen von (bis zu) 92 kg Quecksilber, dazu Cadmium, Dioxin u.a.





BUND Kindergruppen in Karlsruhe

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Simone Gilbert
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Telefon 0721 35 85 82

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