Ohne „heiße Zellen“ keine Lagerung in Philippsburg

Ohne „heiße Zellen“ keine Lagerung

 

„Wer nicht entsorgen kann, muss abschalten“

 

Zu „Irritationen um Atommüll“ vom 30. September:

 

Noch bis ins Jahr 2005 durfte die deutsche Atomindustrie laut „Konsens“ ihren Strahlenmüll ins Ausland verschieben. Die sogenannte Wiederaufarbeitung fand in Frankreich statt. Damit wurde die laut Atomgesetz vorgeschriebene Entsorgung weiter nur vorgetäuscht. Wenn damals die Betreiber verpflichtet wären nachzuweisen, dass es eine sichere Endlagerung für den hochgefährlichen Strahlenmüll gibt, müssten damals wie heute sämtliche Atomkraftwerke sofort vom Netz genommen werden.

 

Denn ein Endlager, das den Strahlenmüll über den notwendigen Zeitraum sicher von der Biosphäre abschneidet, existiert nicht. Wer nicht entsorgen kann, muss abschalten!

Für eine Einlagerung der Castoren aus Frankreich im Kernkraftwerk Philippsburg fehlen zwei wesentliche Voraussetzungen:

1. Das Zwischenlager für hoch radioaktive Brennelemente ist gegen die Einwirkungen von außen nicht genügend gesichert und muss massiv „gehärtet“ werden.

2. Es bedarf einer Nachrüstung mit sogenannten Heißen Zellen im Zwischenlager. Der BUND hat mit anderen Umweltverbänden die Forderung dieser Nachrüstung schon mehrfach erhoben.

Das Problem ist also, dass es für diese speziellen Atomabfälle am Ort keine Reparaturmöglichkeiten gibt, sollten die Behälter undicht werden. Während Castoren mit bestrahlten Brennelementen noch im Abklingbecken des Philippsburger KKP 2 repariert werden könnten – das erfolgt dort in der Sicherheitszone unter Wasser – ist dies bei dem Atommüll, der in Glas eingeschmolzen ist, nicht möglich, da dieses strahlende Glas unter keinen Umständen mit Wasser in Verbindung kommen darf. Für die Abfälle aus Frankreich und England kommt diese Möglichkeit also nicht in Betracht.

 

Wir teilen nicht die Sicht der Entsorgungskommission (ESK) der Bundesregierung, die sich mit weniger Maßnahmen einverstanden erklärte.

 

Eine Studie von INTAC Hannover, verfasst von dem Physiker Wolfgang Neumann, widerspricht der ESK in zahlreichen Punkten und legt umfänglich auch weitere Gründe dar, die eine Nachrüstung von Heißen Zellen als Sicherheitsvorkehrung unbedingt erforderlich machen.

 

In dieser Stellungnahme wurden die Aussagen bezüglich des Doppeldeckeldichtungssystems beim Castor HAW 28 M zur Notwendigkeit von Heißen Zellen an Zwischenlagerstandorten vom Mai 2014 bestätigt.

Vor einem Rücktransport müssen diese am Standort Philippsburg gebaut werden.

 

Harry Block

BUND Mittlerer Oberrhein

Karlsruhe

 

Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | AUS DER REGION | 21.10.2017         Seite 33

Abdeckung des nuklearen Haftungsrisikos für die Anlagen des Joint Research Centre in Karlsruhe

 23.02.2017

Der BUND Mittlerer Oberrhein bittet unter Verweis auf § 3 des Umweltinformationsgesetzes bzw. § 24 des Umweltverwaltungsgesetzes BW um folgende Umweltinformationen zu folgender Frage:

 

Wir haben aus einer Auftragsbekanntmachung

 

  • Abdeckung des nuklearen Haftpflichtsrisikos für die Anlagen der JRC Karlsruhe. Referenznummer der Bekanntmachung: JRC/KRU/2017/R.6/0110/RC.

entnommen, dass das JRC eine Versicherung sucht (veröffentlicht am: 30.08.2017)

Gegenstand dieser  Ausschreibung ist die nukleare Haftpflichtversicherung für den Umgang mit und die Lagerung von Kernbrennstoffen und sonstigen radioaktiven Stoffen in den Anlagen der JRC Karlsruhe.

In der Genehmigung von 2012 des JCR wird unter 4.4.4. festgelegt:

Erforderliche Vorsorge für die Erfüllung gesetzlicher Schadensersatzverpflichtungen (§ 9 Abs. 2 Nr. 4 AtG)

Nach § 13 Abs. 1 Satz 1 AtG hat die atomrechtliche Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde im Genehmigungsverfahren Art, Umfang und Höhe der Vorsorge für die Erfüllung gesetzlicher Schadensersatzverpflichtungen (Deckungsvorsorge) überprüft und neu festgesetzt. Die Höhe der Deckungssumme wurde für den beantragten Umgang mit Kernbrennstoffen und sonstigen radioaktiven Stoffen gemäß § 13 Abs. 1 AtG in Verbindung mit § 8 Abs. 1 Satz 1 Nrn. 1 und 2, § 11 Abs. 1, 18 und 19 AtDeckV auf 200,-- Millionen Euro neu festgelegt. Die Festsetzung der Deckungsvorsorge erfolgte mit Bescheid vom 09.02.2011.“

 

-       Ist dies die aktuelle Versicherungssumme?

-       Falls nein, wie lautet die neue?

-       Was genau wird mit dieser Versicherungssumme abgedeckt?

 

 

Freundliche Grüße

 

 

Harry Block

 

 

 

 

 

Castoren von Frankreich nach Philippsburg

BNN „Irritationen um Atommüll

Philippsburger fühlen sich von EnBW überrumpelt“ vom 30.9.2017

Kommentiert von Harry Block wurde  nicht in den BNN abgedruckt:

Noch bis ins Jahr 2005 durfte die deutsche Atomindustrie laut 'Konsens' ihren Strahlenmüll ins Ausland verschieben. Die so genannte Wiederaufarbeitung fand in Frankreich statt. Damit wurde die laut Atomgesetz vorgeschriebene Entsorgung weiter nur vorgetäuscht. Wenn damals die Betreiber verpflichtet wären nachzuweisen, dass es eine sichere Endlagerung für den hochgefährlichen Strahlenmüll gibt, müssten damals wie heute sämtliche Atomkraftwerke sofort vom Netz genommen werden. Denn ein Endlager, das den Strahlenmüll über den notwendigen Zeitraum sicher von der Biosphäre abschneidet, existiert nicht. Wer nicht entsorgen kann, muss abschalten!

Für eine Einlagerung der Castoren aus Frankreich in Philippsburg fehlen zwei wesentliche Voraussetzungen: 

1. Das Zwischenlager für hochradioaktive Brennelemente ist gegen die Einwirkungen von außen nicht genügend gesichert und muss massiv ´gehärtet´ werden.

2. Es bedarf einer Nachrüstung mit  sogenannten Heißen Zellen im Zwischenlager. 

Der BUND hat mit anderen Umweltverbänden die Forderung dieser Nachrüstung schon mehrfach erhoben. 

Das Problem ist also, dass für diese speziellen Atomabfälle es vor Ort keine Reparaturmöglichkeiten gibt, sollten die Behälter undicht werden. Während Castoren mit bestrahlten Brennelementen noch im Abklingbecken von KKP 2 repariert werden könnten  ̶  das erfolgt dort in der Sicherheitszone unter Wasser  ̶  ist dies bei dem Atommüll, der in Glas eingeschmolzen ist, nicht möglich, da diese strahlende Glas unter keinen Umständen mit Wasser in Verbindung kommen darf. Für die Abfälle aus Frankreich und England kommt diese Möglichkeit also nicht in Betracht. 

Wir teilen nicht die Sicht, der Entsorgungskommission (ESK) der Bundesregierung, die sich mit weniger Maßnahmen einverstanden erklärte. 

Eine Studie von INTAC Hannover, verfasst von dem Physiker Wolfgang Neumann, widerspricht der ESK in zahlreichen Punkten und legt umfänglich auch weitere Gründe dar, die eine Nachrüstung von Heißen Zellen als Sicherheitsmaßnahme unbedingt erforderlich machen. 

In dieser Stellungnahme wurden die Aussagen bezüglich des Doppeldeckeldichtungssystems beim CASTOR HAW28M zur Notwendigkeit von Heißen Zellen an Zwischenlagerstandorten vom Mai 2014 bestätigt. Vor einem Rücktransport müssen diese am Standort Philippsburg gebaut werden.

Harry Block

BUND Mittlerer Oberrhein

Einwendung Wasserwerk Morscher Wald

 

An RP Karlsruhe

Abteilung 5 Umwelt

 

          

Karlsruhe, 8.09.2017

 

 

Wasserrechtsantrag: Wasserwerk Mörscher Wald –

Aktenzeichen 51a2-8914.51-21 KA-35 WW Mörscher Wald

 

Die Darstellung/Untersuchung von Flora und Fauna in den Erfassungsbeichten ist sehr gut,  recht umfassend sowie informativ. Auswirkungen wird es bei einer Entnahme von 7,6 Millionen Kubikmeter Grundwasser natürlich geben.

 

Potenzielle Gefahrenquellen liegen für den besiedelten Bereich der Schutzzone IIIB des WSG Mörscher Wald bei einer Vielzahl an konkreten Altlasten(verdachts)flächen vor.

Es gibt im Bereich des Wasserwerks altlastverdächtige Flächen:

-  ehemalige Standortschießanlage Karlsruhe/Rheinstetten/Mörsch, wo es durch Munitionsrückstände nachweisbar zu einem

   erhöhten Bleieintrag in das Grundwasser kommt ;

- Bauschuttablagerung

-  Hausmüllablagerung

Zusätzlich sind folgende Untersuchungsflächen von Altlasten betroffen:

-  Sondermüllablagerungen

-  Tankstelle, Öl, KfZ-Reperatur; Fe-Metallverarbeitung, Maschinenbau

-  Bauschuttablagerung

Deren Gefährdungspotential hätten wir gerne genau gewusst und bewertet. Außerdem wäre es ja wohl jetzt an der Zeit, soweit als möglich diese Altlasten zu sanieren/zu beseitigen.

Was uns da fehlt, ist die Untersuchung auf PFC. Insgesamt sind vierzehn Firmen aktenkundig,

die Papierschlämme an den Komposthändler Vogel geliefert haben, der diese an Bauern weitergegeben hat.

-       Landete Material von der Firma Vogel auf Grundstücken im Bereich des Wasserwerkes (auch bei Mannheim sind die gefährlichen Stoffe auf hundert Hektar im Boden entdeckt worden)?

-       Falls ja, wo und wieviel?

-       Wann wurde dies festgestellt und untersucht?

-       Falls nein, wurde trotzdem Untersuchungen durchgeführt? Wo, wann und mit welchen Ergebnissen?

Eine große Papierfabrik ist auch in Karlsruhe ansässig.

-       Wieviel Tonnen ihrer Papierschlämme sind PFC belastet.

-       Wie wurden/werden diese entsorgt?

 

„Neben punktuellen Gefährdungen durch Altlasten(verdachts)flächen ergibt sich im WSG Mörscher Wald durch Verkehrsinfrastruktur „eine diffuse Gefährdung […] aus dem linearen Eintrag straßenverkehrsbürtiger Stoffe wie Reifenabrieb, Schmieröle, Kraftstoffe, Kraftstoffadditive und Lösungsmittel“.

Es gibt vor allem die Gefahr von hunderten von LKWs mit Mineralölprodukten der MIRO und chemischen Produkten von BASF. Ein schwerer Unfall (2008 ereigneten sich 279 Unfälle in Wasserschutzgebieten) könnte das Ende der Wasserentnahme bei einem oder mehrerer Brunnen bedeuten.

-       Gibt es Möglichkeiten diese echte und die diffuse Gefährdung zu minimieren z.B. Durchfahrverbote bei einzelnen Straßen?

-    Sind für die Folgemaßnahmen

·      Aufnehmen/Ausheben verunreinigten Materials, einschließlich Bindemittel

·      Abfuhr verunreinigten Materials

·      Aufbereiten des verunreinigten Materials vor Ort (z. B. Ausspülen, Mischen, 

·      Belüften)

·      Niederbringen von Grundwasserbeobachtungsrohren

·      Anlegen von Schürfgruben

·      Errichten von Brunnen zum Abpumpen etc.

die örtlichen Vorsorgemaßnahmen bei Feuerwehren etc. ausreichend und nachgewiesen?

 

 

-       Warum hat sich der Wasserverbrauch der städtischen Stellen mehr als halbiert?

Das gleiche für die Sonderverträge.

-        Was ist hierfür der Grund?

 

Nitrat im Grundwasser ist ein Problem. Im Münsterland hat eine Gemeinde im Einzugsbereich der Brunnen  mit den dortigen Landwirten einen Vertrag zur so genannten Nitrat-Minimierungs-Methode abgeschlossen. Das Ergebnis: Das Wasser ist fast nitratfrei.

 

Das Gutachten für das Wasserwerk Durlacher Wald stammt aus dem Jahre 2006

-       Wie sieht es derzeit mit der Gewinnung von Trinkwasser im Durlacher Wald aus?

 

Pflanzenbehandlung und Schädlingsbekämpfung (PSM) werden seit mehr als einem Jahrzehnt durchgeführt. Nachgewiesen wurden Atrazin und dessen Abbauprodukt Desethylatrazin.

„Obwohl die einzelnen Brunnen merklich belastet sind, wurde bislang der Grenzwert

der TrinkwV von 0,1 μg/L nicht überschritten, sodass bei Beibehaltung der

derzeitigen Gegebenheiten (verminderte Fördermenge) diesbezüglich keine Maßnahmen

erforderlich sein sollten. Diese können notwendig werden...“

-       Warum verbietet man nicht in diesem Bereich die Anwendung oder versucht wenigstens diese zu minimieren?

 

„Es liegen heterogene Strukturen mit guter Verbundsituation und mehrere großflächigere, für Vögel, Amphibien und Libellen geeignete Gewässerhabitate vor. Eine Beeinträchtigung liegt durch den Besatz von Kaliko-Krebsen in allen Gewässern im westlichen Teilgebiet vor. Hier kann nicht mehr von einer erfolgreichen Reproduktion von Libellen und Amphibien ausgegangen werden.“ 

-       Warum? Gibt es da keine Gegenmaßnahmen?

 

 

Einzelfragen:

 

Schwefelwasserstoff und Methan kommen im Grundwasser häufig vor. Beide Gase rufen unterschiedliche Probleme in Wasserwerken hervor. Es ist sehr wichtig, dass beide Gase entfernt werden, da schon kleine Restmengen im Wasser die nachfolgende Entfernung von Eisen und Ammonium erheblich erschweren.

-       Wie wird dies im neuen Wasserwerk gehandhabt?

 

-       Gibt es für gewisse ´Notfälle´ technische Einrichtungen, die halogenierte Kohlenwasserstoffen aus dem Wasser entfernen können?

 

-       Welche Wärmeeinträge in das Grundwasser gibt es im Bereich des Wasserwerks?

-       Wie sieht es mit den Temperaturen an den jeweiligen Brunnen im Jahresablauf aus?

 

-       Wieviel Grundwasser pro Jahr wird im Bereich Bruchsal bis Rastatt von Kommunen, Industriebetrieben, Firmen und Privatpersonen gefördert?

-       Wie viele Wassergenehmigungen mit welcher Gesamtmenge in diesem Bereich liegen vor? Werden diese ständig auf den aktuellen Verbrauchsstand korrigiert?

 

-       Reicht die Grundwasserneubildung in diesem Bereich regional gesehen aus?

 

-       Sind Wasserminimierungsvorschriften für Großverbraucher in unserem Bereich geplant oder durchgeführt worden?

 

 

Den gutachterlichen Stellungnahmen können wir uns anschließen:

 

„Abschätzung der Wertigkeit:

Flora/Biotoptypen: Der Biotopverbund weist hinsichtlich der heterogenen Strukturen eine

insgesamt hohe Wertigkeit auf.

Fauna: In der Untersuchungsfläche ist das Vorhandensein wertgebender Amphibien und Libellen zu erwarten, für die eine Empfindlichkeit gegenüber Wasserstandsabsenkungen besteht.

Zusammenfassende Bewertung: Bei der Untersuchungsfläche handelt es sich um ein

hochwertiges Gebiet mit einer natürlichen Anpassung an starke Wasserstands-schwankungen. Aufgrund der wesentlichen Beeinflussung des Grundwasserstands durch den Rheinwasserspiegel wird eine Absenkung von < 5 bis ca. 18 cm durch die Grundwasser-entnahme des Wasserwerks lediglich zu geringen Auswirkungen führen.“

„Insgesamt handelt es sich bei der Untersuchungsfläche hinsichtlich der Amphibienfauna um ein hochwertiges Gebiet. Hinsichtlich der geringen, prognostizierten Absenkbetr.ge muss zumindest mit geringen Wirkungen gerechnet werden.“

 

Die Genehmigung sollte nur für 20 Jahre ausgesprochen und deren Einzelheiten/Auswirkungen von Zeit zu Zeit  gutachterlich überprüft und veröffentlicht werden.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 


Harry Block

Mangelware Wasser: Am Horn von Afrika werden Dürren zur Regel.

Die Welt erwärmt sich

Wirbelstürme, Überschwemmungen und extreme Hitze- oder Kälteperioden hat es in der Erdgeschichte schon mehrfach gegeben. Was früher vereinzelte Naturereignisse waren, entwickelt sich mehr und mehr zu einer vom Menschen gemachten Katastrophe.

 Vor allem die Industriestaaten heizen der Erde seit 150 Jahren durch die Verbrennung von Erdöl, Kohle und Gas ein. In anderen Regionen der Welt wirkt sich der Klimawandel für Mensch und Tier tödlich aus. In der Sahelzone werden die Dürreperioden immer länger, das Vieh verdurstet, und auf den kargen Böden wächst nichts mehr. Lateinamerika wird immer häufiger von schlimmen Fluten heimgesucht. Tropische Wirbelstürme zerstören in Nordamerika die Häuser.

Stadtwerke tauscht Olkessel im Heizkraftwerk West aus

 

Wir haben den Antrag auf immissionsschutzrechtliche Genehmigung

für den Ersatz von Kessel 3 im Heizkraftwerk West (HKW) der Stadtwerke Karlsruhe GmbH in Karlsruhe auf dem Betriebsgelände des Heizkraftwerkes West, Honsellstraße, geprüft und fristgerecht bewertet.

Die Stadtwerke beabsichtigen, den bestehenden, mit Heizöl betriebenen Kessel 3 abzubauen und zu ersetzen. Diese Maßnahme beruht aber nicht auf Einsicht in den umweltfreundlicheren Brennstoff Gas. Block 3 erfüllt die aktuell vorgegebenen Emissionsanforderungen der 13. BImSchV nicht und steht deshalb lediglich mit reduzierter Feuerungswärmeleistung für den Notfallbetrieb mit begrenzter Leistung zur Verfügung. Er muss also durch zwei erdgasbetriebene Kessel mit je 70 MW Feuerungswärmeleistung ersetzt werden. Als Begründung wird die Sicherstellung der Fernwärmeversorgung der Stadt Karlsruhe angegeben, weil das „HKW-West die Zentrale für die Fernwärmeversorgung der Stadt Karlsruhe ist.“

 

 

Die Stadtwerke loben sich im  Sinne ihrer Unternehmensrichtlinien, eine Öffentlichkeitsbeteiligung  gemäß § 16 (1) BImSchG gewählt haben. Die gesamte Feuerungswärmeleistung der erdgasbetriebenen Kesselanlage liegt im Planzustand bei 354 MW (d.h., die FWL des HKW wird von derzeit 314 MW auf zukünftig 354 MW erhöht), so dass die Anlage gemäß der Zuordnung zu Nr. 1.1.1 (X) grundsätzlich „UVP-pflichtig“ ist. Dies wird jedoch dann vom Gutachter TÜV als nicht notwendig bezeichnet.

Der Standort existiert seit 1901. Noch nie wurde für diesen Standort eine UVP erstellt, die die Gesamtheit, die mit der Fernwärme in Karlsruhe einhergehenden Emissionen in ihrer Gesamtheit betrachtet. Diese fordern wir. Die Mär von der sauberen Fernwärme würde dadurch deutlich werden. Denn diese wird zu 32 % von der MiRO und zu 57 % von RDK bezogen. Die dazu notwendigen Anlagen geben nicht nur Stickoxide (MiRO = 2.560.000 kg, RDK = 1.290.000 kg), sondern auch hochgiftige lungengängige Feinststäube in die Atmosphäre ab, die anteilsmäßig auch der Fernwärme geschuldet sind.

Würde man alle in dem vom TÜV untersuchten 7km-Radius-Emittenten um das Rheinhafenkraftwerk in eine UVP heranziehen, bewerten und kritisch als Gesamtanlage beleuchten, so würde das Ergebnis so lauten: Die im Untersuchungsraum untersuchten Anlagen führen zu irreversiblen, grenzüberschreitenden und erheblich nachteiligen Auswirkungen auf alle Umweltschutzgüter.

 

Für unsere  geforderten  niedrigen Werte bezüglich Kohlenstoff und Stickoxiden ziehen wir als Begründung die Daten der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg heran, die mehrere Überschreitungen bei Staub und  Stickoxiden in der Region Karlsruhe aufweisen.

Wir fordern beim Einsatz von Gas:

 

Textfeld: Bezugs-02: 3 Vol.%	 TMW Tagesmittelwert [mg/m3] 	 HMW Halbstundenmittelwert [mg/m3]	 MPZ Mittelwert über die Probenahmezeit [mg/m•] Bezugs-02: 3 Vol.%	 TMW Tagesmittelwert [mg/m3] 	 HMW Halbstundenmittelwert [mg/m3]	 MPZ Mittelwert über die Probenahmezeit [mg/m•] 	 kontinuierliche Messungen	 kontinuierliche Messungen	 Einzelmessungen alle 2 Jahre CO	45	90	 NOx 	70	 	 SOx	30	60	 Gesamtstaub			5

Diese Werte unterschreiten die gesetzlichen Vorschriften, sind aber   das zeigt das im Dezember 2016 neugenehmigte Gaskraftwerk der EnBW in Stuttgart  möglich.

 

 

In unserer Stellungnahme (s.Anhang) weisen wir ferner noch auf weitere Probleme der Genehmigung hin.

Auch die ökologischen und ökonomischen Nachteile der Fernwärme werden von uns aufgezeigt.  Vor allem wollen wir keine Auskopplung derselben aus dem alten Steinkohleblock RDK 7 der EnBW. In Neubaugebieten, die nicht nahe am Fernwärmenetz liegen, sollen nur noch erneuerbare Energieträger die Wärme in Nahwärmeerzeugungsanlagen in Karlsruhe bereitstellen.

  

Harry Block

0171 5359473

 

 

 

 

 

 

10. Oktober 2016

Klimaabkommen 2015

RDK 7+8 mal schön

Am 12. Dezember 2015 haben die 196 Vertragsparteien der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) in Paris ein neues Klimaabkommen verabschiedet, das zu Recht als historischer Erfolg gefeiert wird.[1] Bis zuletzt war offen, ob die langjährigen zähen Verhandlungen zu einem bedeutungsvollen Abschluss gebracht werden können. Sollte das Abkommen nun konsequent umgesetzt werden, bedeutet es nichts weniger als den Anfang vom Ende des fossilen Zeitalters und somit den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas.[2] Ob das Pariser Abkommen tatsächlich Geschichte machen wird, entscheidet sich also nicht zuletzt auf dem Feld der globalen Energiepolitik.

Für sich genommen garantiert das Pariser Klimaabkommen noch keinen Umbau des globalen Energiesystems, denn die

Zusagen der Mitgliedstaaten müssen erst in nationale Energiepolitik übersetzt werden. Dennoch bietet es fortan einen zentralen, international verbindlichen Bezugspunkt, der zu einem Katalysator für entsprechende nationale Bemühungen werden kann. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine zielführende Verknüpfung von Klima- und Energiepolitik ist nun, dass die in Paris gemachten Zusagen hinsichtlich der Finanzierung und des Technologietransfers eingehalten werden – speziell gegenüber den energiehungrigen Entwicklungs- und Schwellenländern. Nur so kann gewährleistet werden, dass das Pariser Abkommen weltweit umgesetzt und auf nationaler und lokaler Ebene wirksam werden kann. Ohne angemessene Investitionen und entsprechende technische Unterstützung wird der in Paris gewonnene Schwung speziell in Entwicklungsländern rasch wieder verloren gehen.

Wenn das Pariser Abkommen weltweit einem grundlegenden energiepolitischen Strukturwandel zum Durchbruch verhilft, dann kann es, zumal in Wechselwirkung mit den einschlägigen UN-Nachhaltigkeitszielen, tatsächlich das Ende des fossilen Zeitalters besiegeln und die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft im Sinne einer nachhaltigen globalen Entwicklung vorantreiben

 

Und wie sieht es in Karlsruhe aus:

2 Kohlekraftwerke, davon eines (RDK8) das mindestens noch 40 Jahre laufen wird. RDK7 + RDK 8 geben mehr als 6 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre. Am gleichen Standort im Rheinhafen befindet sich auch ein modernen Gaskraftwerk (RDK 4s), welcher nur ein Vierteln an Stickoxiden und Kohlendioxid emitieren würde und vor allem keinerlei hochgiftige, lungengängige Schadstoffe in unsere Atemluft abgeben würde. Es liegt still. Begründung: zu teuer.

 

 

 

 

 

 

 

Klimawandel geht zu langsam - Bundesregierung kommt nicht weiter

Dass der Klimawandel nicht erst in der Zukunft droht, sondern längst Realität ist, wird inzwischen auch von den letzten Zweiflern als Tatsache akzeptiert. Doch hierzulande kommt der Klimawandel langsam und auf leisen Sohlen. Oft merken wir es gar nicht – und wenn, sind uns die Konsequenzen nicht bewusst. Wenn wir zum Beispiel an lauen Sommerabenden immer öfter die Grillen zirpen hören, denkt kaum jemand daran, dass diese Insekten Krankheitserreger aus Südeuropa importieren, denen unsere Weinreben schlecht Widerstand leisten können.

Um weitere katastrophale Folgen zu verhindern, muss der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase erheblich reduziert werden. Die Industriestaaten, die eine historische Schuld am Klimawandel tragen, müssen deutlich mehr Leistung erbringen und ihre Emissionen bis 2050 um mindestens 80 Prozent reduzieren. Die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen und das Kyoto-Protokoll bieten den richtigen Rahmen, um dies zu regeln.

 Vor der Klimakonferenz in Marrakech im Dezember 2016,  wird heftig darüber gestritten, wie die Ziele von Paris in einem praktischen Klimaschutzplan in Deutschland zu erreichen sind. Und plötzlich fällt vielen ein , was alles nicht geht. Kein Strom mehr aus Kohlekraftwerken? Geht nicht, wegen der Jobs. Keine Autos mehr mit Benzin und Diesel? Geht nicht, mangels Alternativen. Keine Treibhausgase mehr durch die Landwirtschaft? Geht nicht, wegen der Kühe in jedem Stall. Und das alles soll sich ändern? Wenige Monate nach der Abstimmung auf großer Bühne im Parlament ist von Aufbruch in der deutschen Klimapolitik nichts mehr zu spüren. Vom Fahrplan in eine emissionsfreie Gesellschaft droht kaum etwas übrig zu bleiben.  

Weil Energieversorgungsunternehmen, Industrievertreter und Gewerkschaften aufschreien, fährt die Bundesregierung die dezentrale Energiewende an die Wand und lässt sich dabei von den großen EVUs, deren Geschäftsmodell von zentralen Strukturen abhängt, die Hand führen.


Der einst große Plan wird immer kleiner. 

 

 

 

 

Tornados richten immer häufiger schwere Verwüstungen an – wie hier in Nordamerika.
30. Oktober 2016

Die genehmigten Schadstoffmengen der beiden Kohlenblöcke der EnBW in KA

Für RDK 7 haben wir leider die genehmigten Werte nicht
Der Erdgasblock lag in den letzten Jahren meist still

RDK 6s ist ein genehmigtes nicht gebautes Gaskraftwerk. 

RDK 4s ist in den letzten Jahren nur wenige Stunden aus Kostengründen in Betrieb genommen worden,obwohl es nur ein Viertel der Kohlendioxid und Stickoidwerten wie ein vergleichbares Kohlekraftwerk in die Atmosphäre abgibt. Wichtiger ist fast noch, dass Gas keinerlei lungengängige, hochgiftige Stoffe an die Atmosphäre abgibt. Im Jahr 2015 emittierten RDK7+8 zusammen 56 Kilo Quecksilber. Das wird sich nach dem Abschalten der Atommeiler in Phillippsburg und Neckarwestheim noch wesentlich steigern, weil dann die Kohlenblöcke ständig laufen werden. 

 

 



BUND Kindergruppen in Karlsruhe

Weitere Infos / Kontakt:
Simone Gilbert
kindergruppen.mittlerer-oberrhein@bund.net
Telefon 0721 35 85 82

Neuigkeiten:

BUND OV Karlsruhe engagiert sich gegen Verwendung von Plastiktüten.

Größtes deutsches Zwischenlager für schwach- und mittelaktiven Atommüll liegt im Hardtwald bei Karlsruhe

Mehr Schadstoffe in Karlsruhe durch Kohlekraftwerk

Suche