Borstrgras Nardus stricta

Sonnige Steppe am Oberrhein

Stellen Sie sich ein 70 Hektar großes Gelände vor, unbebaut, eben und fast baumlos, mitten in einer süddeutschen Großstadt, umringt von Hochhäusern, dem städtischen Krankenhaus und Wohngebieten, mit Straßenbahn-Anschluss, zehn Minuten zur Innenstadt. Eine Goldgrube für Immobilienhaie – und für die öffentliche Hand als Eigentümer. Die Großstadt ist Karlsruhe und das Gelände wurde als Notflugplatz für den Kriegsfall von den amerikanischen Streitkräften jahrzehntelang frei gehalten. Als die „Amis“ Anfang der 1990er Jahre abzogen, war die Frage, was dort geschehen würde.

Nach 20jährigem Ringen ist dieses savannenartige Gelände – das größte Sanddünen- und Sandrasengebiet Süddeutschlands – seit wenigen Wochen als Naturschutzgebiet und auch als europäisches Schutzgebiet gemeldet.

80 Vogelarten, 100 Nachtfalterarten und 280 Arten von Blütenpflanzen wurden hier festgestellt. Die größten Kostbarkeiten des Gebiets sind Braun- und Schwarzkehlchen, Baumfalke und Steinschmätzer sowie große Bestände seltener Heidepflanzen und seltener Wildbienen.

 „Am Anfang hat der EU-Abgeordnete gelacht, als wir die Unterschutzstellung des alten Flugplatzes gefordert haben, zum Schluss wäre ohne die EU-FFH-Richtlinie das Gebiet nie erhalten geworden“, berichtet Marlies Fichter, eine der BUND-Aktiven vor Ort, die gemeinsam mit Johannes Niederstrasser und anderen zum Erfolg beigetragen hat. Es war eine gemeinschaftliche Aktion von Naturschutzfachleuten der Stadt, des Regierungspräsidiums und im Ministerium, von örtlichen BUND-Aktiven und dem BUND-Landesverband. Vor Ort waren vor allem Exkursionen und Pressearbeit des BUND wichtig, auf regionaler und Landesebene die Lobbyarbeit mit Briefen, Gesprächen und Stellungnahmen.



BUND Kindergruppen in Karlsruhe

Weitere Infos / Kontakt:
Simone Gilbert
kindergruppen.mittlerer-oberrhein@bund.net
Telefon 0721 35 85 82

Neuigkeiten:

Kurzer Abriss der Lagerung von hoch- und mittelaktiven Atommüll im KIT Nord

 

 

 

 

Im Norden von Karlsruhe, in der Nähe der kleinen Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen, liegt das ehemalige Kernforschungszentrum Karlsruhe – heute Karlsruher Institut für Technologie (KIT-Nord).

Nach 23 Jahren Wiederaufarbeitung steht hier das nun größte oberirdische Zwischenlager der Republik mit Zigtausend Fässern Atommüll. Fast 1.700 davon sind rostig. Dennoch sind weitere Hallen für noch mehr Strahlenmüll geplant. Und ungeachtet der Entsorgungs-Probleme vor der eigenen Haustür forscht man fleißig weiter an einem Atomreaktor der „IV. Generation“

 Das KIT-Nord wurde 1956 gegründet und betrieb mehrere Forschungsreaktoren. Darunter den Forschungsreaktor 2 (FR 2) als ersten in Eigenbau realisierten deutschen Natururanreaktor, den Brutreaktor-Prototyp „Kompakte Natriumgekühlte

Kernreaktoranlage“ (KNK II – der erste hatte vor seiner Beladung mit Brennstäben einen Natriumbrand), die 1990 stillgelegte Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) sowie den Mehrzweckforschungsreaktor (MZFR).

In der WAK wurde die Technologie erprobt, die später einmal im bayerischen Wackersdorf kommerziell genutzt werden sollte. Daraus wurde dort aber nichts, weil der Widerstand der Bevölkerung zu stark war. 1991 war in Karlsruhe Schluss mit der Wiederaufarbeitung von Brennstäben. Übrig blieben 70.000 Liter hochradioaktive Flüssigabfällle, „High Activ Waste Concentrate“ (HAWC) genannt, die zwischen September 2009 und November 2010 in der eigens dafür gebauten Verglasungsanlage bearbeitet, verglast und in sogenannte Kokillen gefüllt wurden. Diese, immer noch hochradioaktiv, wurden dann in Castor-Behältern nach Lubmin gebracht.

Der Rückbau der kerntechnischen Versuchsanlagen am ehemaligen Kernforschungszentrum Karlsruhe (KfK) geschah bis zum Jahr 2009 in der Verantwortung des KfK durch den "Geschäftsbereich Stilllegung". Bei der Gründung des "Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)" ging dieser Geschäftsbereich in die "WAK GmbH" über, einem Tochterunternehmen der "Energiewerke Nord GmbH (EWN)". Im Februar 2017 wurde aus der WAK GmbH die Firma "Kerntechnische Entsorgung Karlsruhe GmbH (KTE)". Seither sind die über 1.000 Beschäftigten mit dem weiteren Abriss der Atomreaktoren und der WAK beschäftigt.

 

• Bau des ersten Atommüll-Lagers: 1958

• Reaktion auf zu hohe Strahlungswerte 1974:

Zaun wird weiter nach außen versetzt

• Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle heute: 6

• Gelagerte Atommüll-Menge (Oktober 2012): 67.200 m.

• Lagerkapazität: 78.000 m.

• Erweiterung beantragt um: 30.000 m.

• Hoffnung: Einlagerung in „Schacht Konrad“ ab 2023

• „Wiederaufarbeitungsanlage“ Karlsruhe (WAK): 1971–1990

• Baukosten: ca. 30 Mio. €

• Angefallene hochradioaktive „Atomsuppe“: 70.000 Liter

• Bisherige „Lösung“ dafür: Verglasung und Abtransport ins

Zwischenlager Lubmin

 

 

 

BUND OV Karlsruhe engagiert sich gegen Verwendung von Plastiktüten.

Größtes deutsches Zwischenlager für schwach- und mittelaktiven Atommüll liegt im Hardtwald bei Karlsruhe

Mehr Schadstoffe in Karlsruhe durch Kohlekraftwerk

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