Karlsruher Wald soll echtes Gütesiegel bekommen

Nicht mit minderwertiger Zertifizierung zufrieden geben

Natürlicher Wald ist am besten für das Klima, das Grundwasser, den Boden, den Artenschutz, die menschliche Erholung, und auch für die Holzwirtschaft. Deshalb will der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dass die Forstbehörden und die Waldbesitzer auf ein Gütesiegel für den heimischen Wald hinarbeiten, das die optimale naturnahe Nutzung dokumentiert. Im Karlsruher Wald ist dafür schon Vorbildliches geleistet worden. Die Verantwortlichen sollten sich jetzt nicht mit minderwertigen Zertifizierungen wie dem PEFC-Standard zufrieden geben, sondern zu erreichen versuchen, dass der Wald mit dem Naturland-Qualitätssiegel oder zumindest mit dem internationalen FSC-Zertifikat ausgezeichnet wird.

Vom PEFC-Zeichen (Pan-Europäisches Forst-Certifikat) ist abzuraten, denn es hat keine klaren Kriterien, es wird von der Forstwirtschaft selbst ohne unabhängige Überprüfung und ohne Mitwirkung der Umweltverbände erteilt, und es kann daher auch nicht überzeugend für heimisches Holz werben.

Das FSC-(Forest Stewardship Council-)Zertifikat dagegen garantiert in Deutschland, dass es im Wald keinen Kahlschlag gibt, dass freiwillig keine Pestizide oder Dünger angewendet werden, und dass im Bundes-, Staats- und Großkommunalwald 5% der Wirtschaftsfläche als Referenzflächen ausgewiesen sind, auf denen die Entwicklung ohne menschliche Eingriffe beobachtet werden kann. Auch auf sozialverträgliche Arbeitsbedingungen in der Waldwirtschaft wird geachtet: Das Personal wird möglichst ganzjährig beschäftigt und erhält regelmäßige Aus- und Weiterbildung. Die Voraussetzungen für das Zeichen, auf das sich Waldbesitzer, Holzindustrie, Umweltverbände und Gewerkschaften geeinigt haben, werden regelmäßig von einer unabhängigen Stelle überprüft. Weltweit wurden schon über 17 Millionen Hektar Wald nach den FSC-Richtlinien zertifiziert

Das Naturland-Gütesiegel für Wald, das in Zusammenarbeit mit den Umweltverbänden BUND, Greenpeace und Robin Wood und mit Forstleuten geschaffen wurde, gewährleistet über die FSC-Anforderungen hinaus mehr artenreiche Wildnisflächen und unter anderem den Schutz von Höhlenbäumen, absterbenden oder toten Bäumen und ungewöhnlichen Bäumen. Sonderbiotopen wird mehr als der gesetzliche Schutz gesichert.

Die Naturland- und FSC-Gütezeichen erweisen sich dabei auch als wirtschaftlich, denn für das mit ihnen zertifizierte Holz werden deutlich höhere Erlöse erzielt - der Markt für Öko-Holz wächst. Bei natürlicher Waldentwicklung sinken die Pflegekosten. Längerfristig sind die Holzqualitäten besser. Außerdem ist naturnaher Wald weniger anfällig für Sturm- und Insektenschäden.

Der Begriff Nachhaltigkeit, der aus der Forstwirtschaft kommt, bedeutet nicht einfach, nur so viele Bäume zu fällen, wie nachwachsen. Bei der heutigen Gefährdung von Naturräumen ist es wichtiger denn je, die durch frühere Nutzungsmethoden verlorene ökologische Qualität des heimischen Waldes so weit wie möglich wieder zu gewinnen.



BUND Kindergruppen in Karlsruhe

Weitere Infos / Kontakt:
Simone Gilbert
kindergruppen.mittlerer-oberrhein@bund.net
Telefon 0721 35 85 82

Neuigkeiten:

Kurzer Abriss der Lagerung von hoch- und mittelaktiven Atommüll im KIT Nord

 

 

 

 

Im Norden von Karlsruhe, in der Nähe der kleinen Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen, liegt das ehemalige Kernforschungszentrum Karlsruhe – heute Karlsruher Institut für Technologie (KIT-Nord).

Nach 23 Jahren Wiederaufarbeitung steht hier das nun größte oberirdische Zwischenlager der Republik mit Zigtausend Fässern Atommüll. Fast 1.700 davon sind rostig. Dennoch sind weitere Hallen für noch mehr Strahlenmüll geplant. Und ungeachtet der Entsorgungs-Probleme vor der eigenen Haustür forscht man fleißig weiter an einem Atomreaktor der „IV. Generation“

 Das KIT-Nord wurde 1956 gegründet und betrieb mehrere Forschungsreaktoren. Darunter den Forschungsreaktor 2 (FR 2) als ersten in Eigenbau realisierten deutschen Natururanreaktor, den Brutreaktor-Prototyp „Kompakte Natriumgekühlte

Kernreaktoranlage“ (KNK II – der erste hatte vor seiner Beladung mit Brennstäben einen Natriumbrand), die 1990 stillgelegte Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) sowie den Mehrzweckforschungsreaktor (MZFR).

In der WAK wurde die Technologie erprobt, die später einmal im bayerischen Wackersdorf kommerziell genutzt werden sollte. Daraus wurde dort aber nichts, weil der Widerstand der Bevölkerung zu stark war. 1991 war in Karlsruhe Schluss mit der Wiederaufarbeitung von Brennstäben. Übrig blieben 70.000 Liter hochradioaktive Flüssigabfällle, „High Activ Waste Concentrate“ (HAWC) genannt, die zwischen September 2009 und November 2010 in der eigens dafür gebauten Verglasungsanlage bearbeitet, verglast und in sogenannte Kokillen gefüllt wurden. Diese, immer noch hochradioaktiv, wurden dann in Castor-Behältern nach Lubmin gebracht.

Der Rückbau der kerntechnischen Versuchsanlagen am ehemaligen Kernforschungszentrum Karlsruhe (KfK) geschah bis zum Jahr 2009 in der Verantwortung des KfK durch den "Geschäftsbereich Stilllegung". Bei der Gründung des "Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)" ging dieser Geschäftsbereich in die "WAK GmbH" über, einem Tochterunternehmen der "Energiewerke Nord GmbH (EWN)". Im Februar 2017 wurde aus der WAK GmbH die Firma "Kerntechnische Entsorgung Karlsruhe GmbH (KTE)". Seither sind die über 1.000 Beschäftigten mit dem weiteren Abriss der Atomreaktoren und der WAK beschäftigt.

 

• Bau des ersten Atommüll-Lagers: 1958

• Reaktion auf zu hohe Strahlungswerte 1974:

Zaun wird weiter nach außen versetzt

• Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle heute: 6

• Gelagerte Atommüll-Menge (Oktober 2012): 67.200 m.

• Lagerkapazität: 78.000 m.

• Erweiterung beantragt um: 30.000 m.

• Hoffnung: Einlagerung in „Schacht Konrad“ ab 2023

• „Wiederaufarbeitungsanlage“ Karlsruhe (WAK): 1971–1990

• Baukosten: ca. 30 Mio. €

• Angefallene hochradioaktive „Atomsuppe“: 70.000 Liter

• Bisherige „Lösung“ dafür: Verglasung und Abtransport ins

Zwischenlager Lubmin

 

 

 

BUND OV Karlsruhe engagiert sich gegen Verwendung von Plastiktüten.

Größtes deutsches Zwischenlager für schwach- und mittelaktiven Atommüll liegt im Hardtwald bei Karlsruhe

Mehr Schadstoffe in Karlsruhe durch Kohlekraftwerk

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