Positionen zur Kombilösung



 

Für den BUND ist ein leistungsfähiger und bezahlbarer Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) neben dem Umstieg auf Fahrrad- und Fußverkehr und Verkehrsvermeidung ein entscheidender Schlüssel für Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmschutz. Durch Kostenrisiken und verkehrliche Verschlechterungen – z.B. die geringere Netzflexibilität durch das Wegfallen von Abbiegebeziehungen im Tunnel – droht der geplante Stadtbahntunnel in der Kaiserstraße diesen Zielen zu schaden.


Die hohen Kosten, die ohne Zweifel auf Karlsruhe zukommen werden,

sollen nach derzeitigem Stand innerhalb des Verkehrsverbunds erwirtschaftet werden. Dies ist nicht ohne negative Auswirkungen auf die Fahrpreisentwicklung und auf weitere wichtige Pläne des KVV vorstellbar. Höhere Fahrpreise wiederum machen die Nutzung des ÖPNV weniger attraktiv, ebenso der Wegfall der bisherigen Haltestelle Herrenstrasse in der Innenstadt. Gerade für ältere Menschen und Familien mit Kleinkindern wird die Nutzung des ÖPNV erschwert werden – wo bisher Schaufensterbummel und Um- und Einstieg verbunden werden konnten, sind zukünftig Rolltreppen, Aufzüge und Zwischenebenen zu passieren.



Die hohen Summen, die von Bund und Land in die Untertunnelung einer relativ kurzen Strecke gesteckt werden, fehlen an anderer Stelle für den wichtigeren flächenhaften Ausbau des ÖPNV. Zudem darf bezweifelt werden, ob die Kaiserstraße reine Fußgängerzone wird. Die Herausnahme der oberirdischen Gleise ist im Planfeststellungsbeschluss nicht enthalten, und die Kapazitäten des geplanten Tunnels sind umstritten. Alternative, preisgünstigere oberirdische Konzepte wurden nicht geprüft.



Wichtig für eine umweltverträgliche Mobilität in Karlsruhe wären neue Konzepte, die die Fußgänger, Fahrradfahrer und den ÖPNV in den Vordergrund stellen und die die angrenzenden Stadtviertel einbinden, anstatt immer nur die Möglichkeiten in der Kaiserstraße zu zentrieren. Dies wären auch neue Impulse für die Stadtentwicklung.





 

 

 

 

 

Kombilösung:Das Milliardengrab.


Leserbrief von Harry Block in den BNN im Juli 2016 nach einem Interview mit dem ehemaligen Chef der Verkehrsbetriebe Karlsruhe.

Irgendwie muss auch Dr. hc Ludwig (wie viele andere) in Gemeinderatssitzungen, Aufsichtsratssitzungen der VBK/Kasig oder im Erörterungstermin zum Thema Kombilösung nicht zugehört haben oder wollte es nicht zur Kenntnis nehmen. Nicht alle im Rat der Stadt wie auch in der Bevölkerung waren der Meinung, dass der Umlandverkehr des Karlsruher Bahnhofs mit 80 m langen Traktionen  an den Marktplatz verlegt werden sollte. Der Schreiber dieser Zeilen hat aktenkundig und nachzulesen in den Protokollen des Karlsruher Gemeinderates und des Erörterungstermins (mit andern) alle Folgen der Baumaßnahme U-Strab dargelegt – wie auch viele andere auf der Straße an Ständen, auf Plakaten und in vielen Leserbriefen an die BNN (damals noch unter dem verharmlosenden Motto: Stoppt das Millionengrab!). Da war nicht nur von Unsicherheiten in der mit heißer Nadel gestrickten Kostenberechnung die Rede, die auch von städtischen Beamten intern bemängelt wurde, sondern auch vom Baugrund des Tunnels. Grundwasserprobleme wurden dabei genauso vorhergesagt wie die für den Bau des Tunnel an manchen Stellen zu erwartenden Probleme mit dem Untergrund. Der Stadt und der Genehmigungsbehörde lagen die Erfahrungen beim Bau der Garage Karstadt gutachterlich bestätigt vor (keine normalen Kinzig-Murg-Sände, sondern hergewehte Feinsände während der letzten Eiszeit). Dies zeigte sich auch im Jahre 2000 bei dem Bau einer Versorgungsleitung in der Augartenstraße, wo der Bruch eines im Pressbetrieb gebauten Rohres zu erheblichen Schäden an Straße, Leitung etc.  führten. Dies und eine mögliche Grundwasserproblematik wurde in einem weiteren Erörterungstermin ausführlich diskutiert und als nicht relevant abgetan. Der Wegfall von wertvollem innerstädtischem  Baumbestand wurde geleugnet und ist heute in der Kaiserstraße für die Kundigen deutlich zu sehen, weil sich dort jetzt die unterirdischen Haltestellen befinden. Die Umrüstung von nicht tunneltauglichen Straßenbahnen (weil brandgefährdet) bzw. der notwendige Neukauf wurde des Öfteren problematisiert und erst jetzt der Öffentlichkeit mit der genauen Millionenkostenrechnung mitgeteilt.

 

Die viel zu niedrig kalkulierten Folgekosten wurden/werden durch Effizienzsteigerungen des Tunnels runtergerechnet und auch von Herrn Dr. Ludwig in dem Interview hervorgeholt. Die berechneten günstigen Umlaufzeiten der Straßenbahnen  wurden durch einen vom BUND beauftragten Gutachter angezweifelt und werden sich wohl erst im Betrieb zeigen, bei dem nicht mehr einfach nach Sicht, sondern nur mit Signaltechnik gefahren werden darf. Die Millionenkosten für den Haltestellenumbau für die Umfahrung der Kaiserstraße in der Karl- und Rüppurrer Straße werden ebenso wenig wie die wegen dem Tunnel notwendigen Verlegungen vieler Versorgungsleitungen  in der U-Strab-Endabrechnung vorkommen. Herr Dr. Ludwig erklärte den GemeinderätInnen bei der Diskussion um eine kostengünstige oberirdische Führung der Straßenbahn in der Kriegsstraße, dass dies nicht gehe, da die Straßenbahn eine eigene Trasse benötige. Wir fahren heute aber mit dem Auto durch Haltestellen auf den Gleisen sowohl in der Karl- als auch in der Rüppurrer Straße.

Der Planfeststellungsbeschluss zur U-Strab vom 15.12.2008 wird ebenso täglich weiter ignoriert bzw. nicht eingehalten:

Lärmarme Baumaschinen – oft Fehlanzeige, Staubminimierung an den Haltestellen, Reinigung der Baufahrzeuge, Rußpartikelfilter der Baufahrzeuge – Fehlanzeige. Erschütterungsrelevante Bauaktivitäten wurden im Beschluss zeitlich und lärmmäßig beschränkt und waren dann so fürchterlich, dass die Anwohner einfach die Flucht ergriffen. Auch das Folgende steht in der Genehmigung auf Seite 33: „Baumaßnahmen im oberirdischen Bereich dürfen, mit Ausnahme der Separieranlage, werktäglich grundsätzlich höchstens in der Zeit zwischen 7 Uhr und 20 Uhr durchgeführt werden ...“. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Was aber noch wesentlich neben der Geldzusage für den Bau der Kriegsstraße fehlt, ist die funktionierende Ausführung des Brandschutzes im Tunnel. Da es dort keine Fluchtaussteige gibt, sind in den Haltestellen während der sogenannten Selbstrettungsphase „2,5 m und in der Fremdrettungsphase bis zur 30. Minute ab Brandbeginn 1,5 m raucharme Schichten bis zur über der Oberkante Bahnsteig“ in den Haltestellen zu gewährleisten. Wie?

 Aber wie sagt schon ein deutsches Sprichwort: Bauen kann nur der Hab-ich, nicht der Hätt-ich.

 

 

Stellungnahme

Stellungnahme zur Beschlußvorlage des Herrn Oberbürgermeisters



BUND Kindergruppen in Karlsruhe

Weitere Infos / Kontakt:
Simone Gilbert
kindergruppen.mittlerer-oberrhein@bund.net
Telefon 0721 35 85 82

Neuigkeiten:

Kurzer Abriss der Lagerung von hoch- und mittelaktiven Atommüll im KIT Nord

 

 

 

 

Im Norden von Karlsruhe, in der Nähe der kleinen Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen, liegt das ehemalige Kernforschungszentrum Karlsruhe – heute Karlsruher Institut für Technologie (KIT-Nord).

Nach 23 Jahren Wiederaufarbeitung steht hier das nun größte oberirdische Zwischenlager der Republik mit Zigtausend Fässern Atommüll. Fast 1.700 davon sind rostig. Dennoch sind weitere Hallen für noch mehr Strahlenmüll geplant. Und ungeachtet der Entsorgungs-Probleme vor der eigenen Haustür forscht man fleißig weiter an einem Atomreaktor der „IV. Generation“

 Das KIT-Nord wurde 1956 gegründet und betrieb mehrere Forschungsreaktoren. Darunter den Forschungsreaktor 2 (FR 2) als ersten in Eigenbau realisierten deutschen Natururanreaktor, den Brutreaktor-Prototyp „Kompakte Natriumgekühlte

Kernreaktoranlage“ (KNK II – der erste hatte vor seiner Beladung mit Brennstäben einen Natriumbrand), die 1990 stillgelegte Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) sowie den Mehrzweckforschungsreaktor (MZFR).

In der WAK wurde die Technologie erprobt, die später einmal im bayerischen Wackersdorf kommerziell genutzt werden sollte. Daraus wurde dort aber nichts, weil der Widerstand der Bevölkerung zu stark war. 1991 war in Karlsruhe Schluss mit der Wiederaufarbeitung von Brennstäben. Übrig blieben 70.000 Liter hochradioaktive Flüssigabfällle, „High Activ Waste Concentrate“ (HAWC) genannt, die zwischen September 2009 und November 2010 in der eigens dafür gebauten Verglasungsanlage bearbeitet, verglast und in sogenannte Kokillen gefüllt wurden. Diese, immer noch hochradioaktiv, wurden dann in Castor-Behältern nach Lubmin gebracht.

Der Rückbau der kerntechnischen Versuchsanlagen am ehemaligen Kernforschungszentrum Karlsruhe (KfK) geschah bis zum Jahr 2009 in der Verantwortung des KfK durch den "Geschäftsbereich Stilllegung". Bei der Gründung des "Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)" ging dieser Geschäftsbereich in die "WAK GmbH" über, einem Tochterunternehmen der "Energiewerke Nord GmbH (EWN)". Im Februar 2017 wurde aus der WAK GmbH die Firma "Kerntechnische Entsorgung Karlsruhe GmbH (KTE)". Seither sind die über 1.000 Beschäftigten mit dem weiteren Abriss der Atomreaktoren und der WAK beschäftigt.

 

• Bau des ersten Atommüll-Lagers: 1958

• Reaktion auf zu hohe Strahlungswerte 1974:

Zaun wird weiter nach außen versetzt

• Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle heute: 6

• Gelagerte Atommüll-Menge (Oktober 2012): 67.200 m.

• Lagerkapazität: 78.000 m.

• Erweiterung beantragt um: 30.000 m.

• Hoffnung: Einlagerung in „Schacht Konrad“ ab 2023

• „Wiederaufarbeitungsanlage“ Karlsruhe (WAK): 1971–1990

• Baukosten: ca. 30 Mio. €

• Angefallene hochradioaktive „Atomsuppe“: 70.000 Liter

• Bisherige „Lösung“ dafür: Verglasung und Abtransport ins

Zwischenlager Lubmin

 

 

 

BUND OV Karlsruhe engagiert sich gegen Verwendung von Plastiktüten.

Größtes deutsches Zwischenlager für schwach- und mittelaktiven Atommüll liegt im Hardtwald bei Karlsruhe

Mehr Schadstoffe in Karlsruhe durch Kohlekraftwerk

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