Ortsverband Karlsruhe

BUND moniert Verlust der Kaltluftproduktionsflächen bei derzeitig geplanter Bebauung des Oberen Säuterich

01. November 2020

In Kap. 4.7 der Begründung zum Verfahren Oberer Säuterich wird ausgeführt, dass die Umsetzung des Bebauungsplans zu einem Verlust von Kaltluftentstehungsflächen mit sehr hoher Kaltluftproduktion führen wird und dass durch das Gebiet ein bedeutender Kaltluftstrom fließt. Sie führen etliche Maßnahmen an, um einer klimagerechten Bebauung gerecht zu werden. Diese Maßnahmen erscheinen insofern sinnvoll, als dass sie lokal im Bebauungsgebiet ein möglichst angenehmes Klima schaffen können.

Diese Maßnahmen vermeiden oder kompensieren jedoch nicht den Verlust der o. g. Kaltluftflächen im Vergleich zur aktuellen Situation. Für die angrenzenden Wohngebiete in Durlach-Aue wird die Umsetzung des Bebauungsplans mit erheblichen negativen klimatischen Auswirkungen verbunden sein, da die Kaltluftproduktion erheblich eingeschränkt wird und durch die geplante Bebauung auch der Kaltluftstrom aus südöstlicher Richtung massiv unterbrochen wird. Die Klimafunktionskarte gibt für diese Fläche eine sehr hohe Kaltluftlieferung von über 1400 m³/s an. Durch die vorgesehene Bebauung mit Asphaltflächen entsteht eine Wärmeinsel, so dass die Kaltluftproduktion stark eingeschränkt wird.

Aus diesem Grund werden bereits im Umweltbericht des Flächennutzungsplans 2030, in dem diese Wohnflächen ausgewiesen wurden, Maßnahmen angegeben, um die Auswirkungen auf den Kaltlufttransport zu vermindern, z. B.: „Bebauung in klimagerechter Bauweise, Gehölzpflanzungen in Richtung der Kaltluftleitbahn mit ausreichend Freiflächen zum Kaltlufttransport“ (siehe Hinweise zur Vermeidung und Minimierung nachteiliger Auswirkungen, Oberer Säuterich K-W-006, Anhang. 4, S. 21). Selbst bei Umsetzung der o. g. Maßnahmen wird die Fläche weiterhin als konfliktreich eingestuft. Im Bebauungsplan ist die Umsetzung der Maßnahme jedoch nicht zu erkennen: wo sind die ausreichenden Freiflächen zum Kaltlufttransport? Die maßgeblichen Richtung ist Südost-Nordwest. Es ist keine Trasse in dieser Richtung vorhanden, d. h. der Bebauungsplan entspricht somit nicht den im Umweltbericht des FNP 2030 getroffenen Annahmen und wird hiermit in Kauf genommen, dass der Kaltlufttransport zum Erliegen kommt. Bitte berücksichtigen Sie diese Hinweise bei der Planung, damit die Bebauung des Gebiets auch wirklich "klimagerecht" genannt werden kann.

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