Ortsverband Karlsruhe
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Wollen wir die Klimaziele einhalten? Läuft uns die Zeit davon?

Quelle: Mercator Institut Berlin (https://www.mcc-berlin.net/en/research/co2-budget.html),
Übersetzung: Martin Auer, Scientists for Future Österreich

Die hier gezeigte CO2-Uhr ist ein politisches Symbol, das - ähnlich einer Sanduhr - veranschaulicht, wie die Zeit verrinnt, bis wir unser verbleibendes CO2-Budget für die Temperaturziele 1,5°C bzw. 2°C aufgebraucht haben. Grundlage ist die Abschätzung des Weltklimarats IPCC, dass die Atmosphäre mit Stand von Anfang 2020 noch 400 Gigatonnen CO2 aufnehmen kann, damit das 1,5°C-Ziel mit 66-prozentiger Wahrscheinlichkeit erreicht werden kann. Da geschätzt rund 42,2 Gigatonnen CO2 jährlich in die Atmosphäre abgelagert werden, wird unser CO2-Budget kontinuierlich aufgebraucht. Die Uhr zählt auf Basis dieser beiden Werte die Sekunden herunter. Mit einem Mausklick links bzw. rechts oben kann zwischen dem Szenario für das 1,5°C-Ziel und für das 2°C-Ziel gewechselt werden.

Die Uhr ist eine Schätzung. Eine genaue Angabe ist nicht möglich, vor allem da der zukünftige CO2-Ausstoß nicht bekannt ist. Die CO2-Uhr ist jedoch genau genug, um zum einen eindrücklich zu zeigen, dass die uns verbleibende CO2-Gesamtmenge begrenzt ist und es nicht ausreicht, ein bisschen CO2 zu reduzieren. Wir müssen unsere CO2-Emissionen auf null senken. Zum anderen zeigt uns die CO2-Uhr die immense Dringlichkeit für effektive Klimaschutzmaßnahmen. Wollen wir die Erderwärmung auf 1,5°C begrenzen, verbleiben uns nur noch wenige Jahre.

Damit dies gelingen kann, setzt sich der BUND für den schnellen Ausbau der regenerativen Energien und eine lenkungswirksame CO2-Bepreisung, kombiniert mit einer Klimaprämie, ein. Dabei werden die Einnahmen der CO2-Bepreisung vollständig an die Bevölkerung zurückgezahlt, wobei jeder denselben Betrag erhält. Da Menschen mit unteren und mittleren Einkommen statistisch einen geringeren CO2-Fußabdruck haben, werden sie durch die Klimaprämie stärker finanziell entlastet. Eine soziale Staffelung des Klimagelds würde diese Umverteilung noch verstärken. Gleichzeitig fördert der steigende CO2-Preis den Umstieg auf klimafreundliche Verkehrsmittel und Heizungen.

Quellen und weitere Informationen: